Aufmacher Food-Trends

Lettische Pfannkuchen, roher Kuchen und Bier, das schmeckt wie Mango-Milkshake. Immer neue Food-Trends kommen auf den Markt. Wir waren in Frankfurt unterwegs und haben fünf davon probiert - nicht alle konnten überzeugen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Food-Trends: Das haben Sie bestimmt noch nicht probiert!

Food Trends in Frankfurt
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An jeder Ecke gibt es in Frankfurt Italiener, Döner und die schnelle Asia-Box. Aber vielleicht haben Sie ja Lust auf etwas Neues? Wir, die hr-Volontäre Mariska, Stefan und Davide, präsentieren fünf Food-Trends aus Frankfurt, die Sie (wahrscheinlich) noch nicht probiert haben. Unser Tops und Flops im Geschmackscheck.

Rohen Kuchenteig ohne Nebenwirkungen: Raw Cakes

Beim Kuchenbacken geraten Schleckermäuler oft in Versuchung, den leckeren rohen Teig zu naschen. Viele bekommen davon aber ziemlich Bauchweh. Um diesen Genuss dennoch möglich zu machen, entstand die Idee des Raw Cakes – also roher Kuchen.

Raw Cake in Frankfurt

Die zwei Frankfurterinnen Angela Lederer und Sibel Bakanhan eröffneten im April dieses Jahres das Café Plants & Cakes im Oeder Weg, in dem sie Raw Cakes in verschiedenen und wechselnden Variationen anbieten. Ob Snickers-, Acai-Johannesbeere- oder Mango-Maracuja – an ausgefallenen Sorten mangelt es hier nicht.

Die Zutaten unterscheiden sich dabei erheblich vom herkömmlichen Kuchenteig. Weder Eier, noch raffinierter Zucker sind im Teig enthalten – Naschkatzen müssen also kein Bauchweh mehr befürchten. Stattdessen besteht der Boden der Raw Cakes aus einer Nuss-Dattel-Mischung, der dadurch auch für Veganer interessant ist.

Besonderen Wert legen die beiden 28 Jahre alten Inhaberinnen auf die Inhaltsstoffe ihrer veganen Rohkostkuchen: "Die Zutaten werden schonend unter 42 Grad erhitzt. Dadurch bleiben die Vitamine und Mineralstoffe enthalten", sagt Inhaberin Angela Lederer. Ein Plus: Das To-Go-Geschirr ist biologisch abbaubar.

Geschmackscheck

Stefan: Die Raw Cakes erinnern ein wenig an Pralinés. Sie zergehen auf der Zunge. Wegen ihrer Konsistenz kann ich die Zutaten einzeln schmecken. Mit 2 bis 4 Euro sind die kleinen veganen Rohkostkuchen im Verhältnis zu den Zutaten und der Zubereitung ziemlich günstig.

Mariska: Die Küchlein sind leicht und nicht mastig. Sie schmecken auch nicht so süß und sind daher die beste Alternative zu sahnigen Torten, ohne dabei auf Geschmack zu verzichten.

Davide: Wenn diese Raw Cakes wirklich gesünder sind als herkömmliche Kuchen, dann kann man eigentlich nichts mehr anderes essen. Und sie sind vegan!

Erbsen statt Fleisch – der Beyond Meat Burger

Schmeckt wie Fleisch, sieht aus wie Fleisch, riecht wie Fleisch, ist aber keins. Mit diesem Konzept hat das kalifornische Unternehmen Beyond Meat einen regelrechten Hype ausgelöst, auch an der Börse. Seit einigen Wochen gibt es den fleischlosen Burger, hergestellt aus Erbsen-Proteinen, in Supermärkten und Restaurants zu kaufen. Auch in Frankfurt bei Fletcher‘s Better Burger wird Beyond Meat groß auf Plakaten beworben. Angeboten wird das neue "Superfood" in vier Varianten.

Food-Trends in Frankfurt

Mit ihrer veganen Innovation will das Unternehmen die Essgewohnheiten revolutionieren. "Wir wollen die Welt verändern", sagt Steh Goldman, Vizechef von Beyond Meat im Spiegel. Das Unternehmen verspricht das Fleisch der Zukunft herzustellen, gesünder, nachhaltiger, Ressourcen schonender.

Tatsächlich sieht der vegane Burger bei Fletcher’s aus wie ein normaler Fleischburger und riecht auch so. Über den Geschmack kann man jedoch streiten.

Geschmackscheck

Mariska: Das Patty schmeckt ein wenig fad, die Konsistenz ist etwas gummiartig, hervor sticht nur ein seltsamer Fettgeschmack, der auch in Kombination mit Sauce, Salat, Brot und Zwiebeln nicht besser wird. Das große Versprechen von der Fleischrevolution scheint mir nicht einhaltbar zu sein. Wirklich nahe kommt der Beyond Meat Burger echtem Rindfleisch nicht.

Davide: Das Beyond-Meat-Fleischersatz kommt nicht an das Original heran, trotzdem hatte ich das Gefühl, dass ich hier einen richtigen Burger esse. Für mich eine echte fleischlose Alternative.

Stefan: An Fleisch erinnert der Burger nicht wirklich. Er schmeckt eher wie ein zu fettiger Gemüseburger, der zudem noch einen etwas unangenehmen Nachgeschmack im Gaumen hinterlässt. Mit 9,90 Euro ist der Beyond Meat Burger preislich auf Augenhöhe mit normalen Burgern.

Mehl, Milch und … Lachs! Pfannkuchen aus Osteuropa

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Pfannkuchen: So einfach zu machen, dass das Rezept sogar schon seinen Weg als Wandtattoo auf die heimischen vier Wände gefunden hat. Der gute alte Teigfladen kann aber mehr als Kinder und Deko-Freunde glücklich machen. Dafür muss er nur seinen Namen ändern. Zack fertig: Pankuka – die osteuropäische Spezialität.

Einer, der sich damit auskennt, ist Ilia Braun. Der Offenbacher ist seit ein paar Wochen Chefkoch in der Pankuka-Bar Baltique in der Heiligkreuzgasse in Frankfurt. "Pankuka gibt es in Osteuropa an jeder Ecke, das machen da die Omis", sagt der 27-Jährige. In Frankfurt gibt es das nur bei ihm. "Ich will die osteuropäische Küche den Leuten näher bringen. Wir wollen die Tradition wieder modern machen."

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Pankuka ist die lettische Antwort auf den deutschen Pfannkuchen. Er wird meist allerdings herzhaft gegessen – als Hauptgericht. Manchmal auch mit Buchweizenmehl, wie in der Bretagne. Im Baltique gibt es zum Beispiel die Variante "Upinniemie": Ein herzhafter Pfannkuchen mit Räucherlachs, Spinat und Schmand. Elegant angerichtet auf stilvollen Tellern. So hat meine Oma jedenfalls noch keine Pfannkuchen gemacht.

Geschmackscheck

Davide: Pankuka schmecken irgendwie nach Kindheit mit einem Klecks Stil. Für 7,50 Euro sind die Pankuka auch für Studenten erschwinglich und super für alle, die mal in die osteuropäische Küche schnuppern wollen. Die Zutaten sind frisch, das Preis-Leistungs-Verhältnis passt.

Mariska: So einfach und doch so lecker. Pankuka sind zwar simpel in ihrer Machart, aber die gute Qualität der Produkte und ihre Kombination überzeugt. Ein tolles Mittagsgericht.

Stefan: Wer die edle Variante eines Pfannkuchens sucht, wird hier fündig. Die Zutaten schmecken frisch und sind gut aufeinander abgestimmt. Der Preis ist für die Qualität, die hier angeboten wird, absolut in Ordnung.

Köstlichkeiten aus 1001 Nacht: Die Levante-Küche

Koriander, Kreuzkümmel und Kardamom - der Duft orientalischer Gewürze bringt die Sonne des Orients auf Frankfurts Teller. Ob Taboulé, Falafel oder Hummus, die Gerichte sind vegan und vielfältig. Die Levante-Küche umfasst die unterschiedlichen Spezialitäten aus Israel, Syrien, Jordanien und dem Libanon. Ein besonderes Merkmal der Levante-Küche ist, möglichst viele unterschiedliche Speisen auf dem Tisch zu haben, ähnlich wie bei spanischen Tapas.

Food-Trends in Frankfurt

Besonders im Trend:  Falafel-Schuka. Angelehnt an das israelische Nationalgericht Schakschuka, ist es eine Art Eintopf bestehend aus Tomaten, Paprika und Zwiebeln. Im Gegensatz zum herkömmlichen Schakschuka werden keine pochierten Eier hinzugefügt, sondern Falafelbällchen. Umgarnt wird das Falafel-Schuka mit Hummus, zu dem noch Pita gereicht wird. Angeboten wird das Gericht in der Hummus-Küch´ in Sachsenhausen.

Geschmackscheck

Stefan: Das Falafel-Schuka ist ein einfaches und doch sehr schmackhaftes Gericht. Besonders eignet es sich zur Mittagszeit, da es nicht zu schwer im Magen liegt. Die Einfachheit des Gerichts spiegelt sich allerdings nicht im Preis wider (8,50 Euro).

Davide: Hummus is life!

Mariska: Hummus, Falafel, Schaschuka – die Levante-Küche ist ein absolutes Wohlfühlessen. Die Gerichte machen satt, sind aber wenig fettig und daher gut verdaulich.

Bier, das schmeckt wie ein Mango-Milkshake

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Ein neuer Biertrend erobert Instagram. Unter dem Hashtag #Neipa, was die Abkürzung für New England Style India Pale Ale ist und übersetzt Bier meint, befinden sich zahlreiche Bilder von strohgelben Getränken. Auch in Frankfurt im Naiv, einer Bierbar in der Nähe des Doms, ist das NEIPA derzeit eines der gefragtesten Getränke.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Naiv-Geschäftsführer: "Bier aus dem Glas, nicht aus der Dose"

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Das Besondere: Es sieht aus wie Orangensaft, ist extrem trüb und milchig. Im Geschmack ist das Bier eine absolute Fruchtbombe mit weichem und cremigem Mundgefühl, als würde man einen Mango-Milkshake trinken. Aber nicht eine einzige Frucht hat sich in dem Bier verlaufen. Tatsächlich werden NEIPAS nur mit Hopfen, Weizen, Hefe und Haferflocken gebraut.

Der neue Biertrend kommt ursprünglich von der Ostküste Nordamerikas und scheint nun endgültig nach Europa rüber geschwappt zu sein. "Immer mehr Menschen fühlen sich von solchen besonderen Craft-Bieren angesprochen", sagt Christian Daam, Geschäftsführer im Naiv. Zwar haben Craft-Biere derzeit nur einen Marktanteil von 1,5 Prozent, doch der Markt wächst enorm. Selbst große Supermarktketten verkaufen mittlerweile Craft-Biere.

Ob der Trend um die milchigen Biere anhält, ist eher unwahrscheinlich, "der generelle Craft-Bier-Trend ist allerdings nicht mehr aufzuhalten", glaubt Christian Daam. Er sagt, die Vielfalt sei mittlerweile so groß, dass wirklich für jede Person das passende Bier gefunden werden könne.

Geschmackscheck

Mariska: Von einem Standard Pils ist das NEIPA meilenweit entfernt, sowohl im Aussehen als auch im Geschmack, denn es besticht eher durch seine Fruchtigkeit und hat relativ wenige Bitterstoffe. Das NEIPA ist wirklich exotisch und dafür müssen Bierliebhaber auch mal tiefer in den Geldbeutel greifen. Eine Dose kostet ab 4 Euro aufwärts.

Davide: Fruchtige Aromen kennen viele wahrscheinlich höchstens vom klassischen Hefeweizen, das mal leicht nach Banane riechen kann. Hier geht es aber richtig rund. Das NEIPA schmeckt deutlich nach Mango mit einer leicht bitteren Note. Das ist vielleicht nicht für jeden etwas, aber wer sich auch besonderen Bieren nähern will, sollte auf jeden Fall mal probieren. Es lohnt sich!

Stefan: Für Puristen ist das NEIPA in der Tat eher ungewöhnlich. Es schmeckt ein wenig sauer, aber auch gleichzeitig erfrischend. Das klassische Pils wird es nicht ersetzen, aber wenn man Abwechslung sucht, ist es genau das Richtige.