Besucher gehen auf dem Gelände der Landesgartenschau über eine Brücke.
Besucher gehen auf dem Gelände der Landesgartenschau über eine Brücke. Bild © picture-alliance/dpa

Nach 163 Tagen hat die Landesgartenschau in Bad Schwalbach ihre Pforten geschlossen. Zwar kamen deutlich weniger Besucher als erwartet. Dennoch erhofft man sich in der Taunusstadt langfristig positive Effekte.

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Gut 300.000 Menschen haben die Landesgartenschau in Bad Schwalbach besucht. Damit bleibt der Taunusort deutlich unter den selbstgesteckten Erwartungen: Ursprünglich seien etwas mehr Menschen erwartet worden, sagte Geschäftsführer Michael Falk am Sonntag, dem letzten Tag der Blumenausstellung. Die Organisatoren hatten im Vorfeld rund eine halbe Million Besucher als Ziel ausgegeben.

Als einen Grund für den ausbleibenden Besucher-Ansturm nannte Falk den heißen Sommer, der sich durchaus bemerkbar gemacht habe. "Temperaturen über 30 Grad sind wie Regenwetter." Dafür habe es viele Abendveranstaltungen bei lauen Temperaturen gegeben.

Defizit für die Stadt noch unklar

Bad Schwalbach sei zudem rund 20 Jahre nach dem Ende des Kurbetriebs etwas aus dem Fokus geraten. Viele wüssten gar nicht genau, wo die Stadt mit ihren rund 11.000 Einwohnern liege.

Wie hoch das Defizit am Ende für die Stadt ausfällt, kann Bürgermeister Martin Hußmann (CDU) noch nicht beziffern. Er zeigte sich dennoch zufrieden. Die Landesgartenschau habe Investitionen von rund 30 Millionen Euro in die Stadt und großes bürgerschaftliches Engagement bewirkt.

Land investierte rund 3,3 Millionen Euro

Das Land hatte allein in die Blumenschau rund 3,3 Millionen Euro investiert und damit etwa 60 Prozent der Kosten übernommen. Wie sehr sich die Blumenschau für die Kreisstadt des Rheingau-Taunus-Kreises gelohnt hat, werde sich erst in fünf bis zehn Jahren zeigen, sagte Falk.

Der Landesgartenschau-Chef zog ebenfalls eine positive Bilanz: Die Schau habe viele Impulse in der Stadt und der umliegenden Region bewirkt und werde dazu führen, Bad Schwalbach touristisch weiter zu entwickeln.

Staffelstab geht an Fulda

Die sechste Landesgartenschau hatte am 28. April ihre Tore für Besucher geöffnet und stand unter dem Motto "Natur erleben. Natürlich leben". Bereits Anfang Juli hatten die Organisatoren eine Zwischenbilanz gezogen und die Besuchererwartungen deutlich zurückgeschraubt.

Nach 163 Tagen sollte sie offiziell am Sonntagnachmittag mit einem Abschlussfest enden. Bad Schwalbach übergibt den Staffelstab an die Stadt Fulda, wo im Jahr 2023 die nächste Landesgartenschau stattfinden wird.