Burg Frankenstein

Die Schlösser und Burgen in Hessen sind nicht nur Orte der Erholung und Stätten der Kulturgeschichte. Einige sind auch Schauplatz mörderischer Spukgeschichten. Drei Burgen mit echtem Gruselfaktor.

Sie ist die Hüterin von 48 Kulturschätzen im Besitz des Landes Hessen: die Landesbehörde "Staatliche Schlösser und Gärten Hessen". In diesem Jahr feiert sie unter anderem ihr 75-jähriges Jubiläum. Anlass für hessenschau.de, sich einmal die Sagen und Mythen anzuschauen, die mit einigen der hessischen Schlösser und Burgen verbunden sind.

Das Skelett im Kerker

Burg Ludwigstein

Die Sage rund um die Jugendburg Ludwigstein in Witzenhausen erinnert an Shakespeares "Romeo und Julia": Hugo aus dem Rittergeschlecht von Hanstein verliebte sich in Johanna vom Ludwigstein. Das Problem daran: Die beiden stammten aus verfeindeten Familien. Eine Beziehung der beiden wäre nie geduldet und hart bestraft worden, doch sie konnten nicht voneinander lassen und trafen sich heimlich.

Aber das Unglück ereilte die beiden Liebenden trotz aller Vorsicht. Auf dem Ludwigstein wurde Hugo in Johannas Schlafgemach entdeckt.

Da er die Ehre des adligen Fräuleins unwiederbringlich zerstört habe, sollte er hingerichtet werden: Tod durch den Strang. Durch Flehen und Betteln beim hessischen Landgrafen erreichen Hugos Eltern eine Milderung des Urteils: lebenslänglich im Burgverlies der verfeindeten von Ludwigsteiner. Johanna kam unterdessen zu ihrer Tante nach Ziegenhain.

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Adresse

Jugendburg Ludwigstein
Burg Ludwigstein
37214 Witzenhausen

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Die Liebenden starben kurz nacheinander an gebrochenem Herzen. Als Mahnmal beließ man Hugos Knochen für alle Zeit auf dem Boden des Verlieses, im Keller des Turms. Seitdem liegt auf der Burg Ludwigstein ein Zauber: Hier fanden die Seelen von Hugo und Johanna wieder zueinander. Jetzt sorgen sie dafür, dass sich Gäste der Burg ineinander verlieben, auch wenn sie sich vorher nie begegnet sind. Und solche, die sich zerstritten haben, finden wieder zueinander.

Die Sage von der Weißen Frau

Hohenburg Homberg (Efze)

Weitaus brutaler ging es in der Gruselgeschichte rund um die Burg Hohenburg zu. Auf dem Schlossberg in Homberg (Efze) spukt nämlich der Geist einer ermordeten Magd. Sie findet keine Ruhe und kehrt immer wieder zurück - bereit, auch selbst zu morden.

Die Geschichte der getöteten Magd begann mit einer schweren Belagerung von Homberg. Es war eine Zeit der Angst. Niemandem war zu trauen. Selbst der Turmbläser auf dem Schlossberg war ein Verräter. Seine Aufgabe sollte eigentlich darin bestehen, die Stadt vor Angreifern zu schützen: Mit einem lauten Blasen auf seinem Horn sollte er die Menschen in der Stadt warnen.

Doch der Türmer wurde von den Feinden bestochen und versprach, in der Nacht des Angriffs nicht in sein Horn zu blasen. Die Stadt wäre verloren gewesen, wenn eine tapfere Magd vor dem Angriff nicht laut um Hilfe geschrien hätte. Zudem blies sie kräftig das Wachhorn. Das konnte sie jedoch nur von einer Seite des Turms. Der Türmer hatte die anderen verschlossen. Doch sie schaffte es, die Bürgerinnen und Bürger zu wecken.

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Adresse

Burg Hohenburg, Homberg (Efze)
Georg-Textor-Weg
34576 Homberg (Efze)

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Rasend vor Wut, weil die Magd seinen teuflischen Plan durchkreuzt hatte, warf der Türmer sie in den über 40 Meter tiefen Schlossbrunnen, wo sie qualvoll starb. Seitdem erscheint alle sieben Jahre auf dem Schlossberg eine Weiße Frau, die keine Ruhe findet. Und niemand sollte es wagen, ein Horn zu der Seite zu blasen, von der aus die Magd einst die Menschen gewarnt hat: Sie käme sofort, um diese Person zu erwürgen.

Ein neuer Mensch aus Leichenteilen

Burg Frankenstein

Und noch immer jagt es kleine Kinder und junge Frauen: Das Monster, das auf der Burg Frankenstein erschaffen wurde, verschleppt Menschen aus hessischen Wäldern. Bevor das Monster zum Leben erwachte, versuchte sich ein grausiger Wissenschaftler auf der Burg Frankenstein an der Erschaffung neuer Menschen.

Johann Konrad Dippel von Frankenstein war Alchemist, Theologe und Arzt. Der Wissenschaftler soll geforscht haben, ob die menschliche Seele von einem Körper auf einen anderen übertragen werden könne. Er war zudem besessen davon, Tote wieder zu erwecken. Dippel führte grauenvolle Experimente durch. In seinem Labor verarbeitete er menschliche Leichenteile und das Blut von Jungfrauen, um einen neuen Menschen zu schaffen.

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Adresse

Burg Frankenstein
64367 Mühltal

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Und eines Tages, so die Sage, gelang es ihm - doch anders als gedacht. An einem nebligen Novembermorgen öffnete Frankensteins Monster seine gelben Augen - und wandte sich gegen seinen Schöpfer: Es schlug Dippel brutal zu Boden und floh in die Wälder. Dort treibt es seitdem sein Unwesen.