Uno Karten liegen auf einem Tisch, buntes Konfetti drumherum

Ein Stapel bunter Karten, ein paar einfache Regeln, funktioniert seit 50 Jahren: Das Kartenspiel Uno kennt jedes Kind. Manch einer lernt davon sogar fürs Leben.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Busfahrer Mahmoud: Mit Uno neue Freunde finden

Uno-Karten mit Luftschlangen und Party-Luftballons
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Mahmoud Abdou Mahmoud kommt von einer langen Arbeitsschicht nach Hause. Seit zwei Jahren ist er Busfahrer in Gießen, hat gerade seinen unbefristeten Vertrag unterschrieben. Er fühle sich angekommen in Deutschland, sagt er.

"An.ge.kommen e.V." heißt auch der ehrenamtliche Verein, in dem Mahmoud nach seiner Flucht aus Syrien Anschluss und Gemeinschaft fand, selbst als er noch kein Deutsch konnte. Möglich machten das Gesellschaftsspiele, die auch mit wenigen Worten funktionieren - so wie das Kartenspiel Uno. Mahmoud hat es oft im Verein gespielt. Es habe ihm geholfen, in Deutschland Fuß zu fassen. "Jeder kann dieses Spiel spielen. Wir haben damit Deutsch gelernt und Freunde kennen gelernt."

Mahmoud Abdou Mahmoud im Cockpit eines Linienbusses

Spiele verbinden die Kulturen

Spiele-Experte Volker Schäfer sieht in genau dieser Einfachheit den jahrzehntelangen Erfolg von Uno. Das Kartenspiel ist in über 80 Ländern zu erhalten und gilt als eines der beliebtesten Spiele weltweit. Pro Minute werden durchschnittlich 17 Uno-Spiele verkauft. "Es ist ein ganz einfaches, schnelles, witziges Kartenspiel, bei dem jeder innerhalb von fünf Minuten die Regeln begriffen hat", sagt Schäfer. Es habe "einen tollen Spannungsbogen", und bis zum Ende habe jeder noch die Möglichkeit zu gewinnen, "auch wenn's nicht so aussieht".

Dass ein einfaches Kartenspiel wie Uno kulturelle Grenzen überwinden kann und gemeinschaftsstiftend ist wie in Mahmouds Fall, steht für Schäfer außer Frage. "Spielen ist eine kulturelle Errungenschaft, die sehr wichtig ist beim Menschen. Die auch schon sehr, sehr alt ist. Die ältesten Spiele sind in Mesopotamien gefunden worden, älter als die ägyptischen Pyramiden."

Erfunden in einem Friseursalon in den USA

Laut Uno-Hersteller Mattel, der seinen deutschen Sitz in Frankfurt hat, wurde das Kartenspiel 1971 im US-Staat Ohio in einem Friseursalon erfunden und erstmals verkauft. Spiele-Experte Volker Schäfer ist dagegen vorsichtig mit dem Begriff der "Erfindung". Das Grundkonzept von Uno sei nicht neu gewesen, sondern basiere auf dem damals schon bestehenden Spielprinzip von Mau-Mau.

Für Mattel ist das Uno-Jubiläum dennoch ein Grund zum Feiern. Geplant sind über das Jahr verteilt große Aktionen wie ein internationales Uno-Turnier, für das man sich demnächst qualifizieren kann, sobald die Veranstaltung wegen Corona digital umgemünzt ist.

Mahmoud: Keine Zeit mehr für Uno

Busfahrer Mahmoud aus Gießen hat schon länger kein Uno mehr gespielt. Er ist aktuell mit in seinem Job zu eingespannt. An seine Zeit im Verein "An.ge.kommen e.V." und die vielen Uno-Partien mit neuer Sprache und neuen Freunden denkt er aber immer noch sehr gerne zurück. 

Sendung: hr1, 04.02.2021, 14.40 Uhr