Pilze im Korb

Statt Fertignahrung soll es bei Ihnen zuhause auch mal etwas Gesundes geben? Dann gehen Sie doch in den Wald, Pilze suchen. Dort sprießen die Steinpilze derzeit wie selten zuvor. Was zu beachten ist – und wie das Smartphone helfen kann – erfahren Sie hier.

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zum hr-fernsehen.de Video Rekordverdächtig viele Pilze

maintower vom 25.10.2019
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Ein gutes Jahr für Pilzsammler: Milde Temperaturen und Regen schaffen ein optimales Pilzklima im Wald. Dort sprießen derzeit vor allem Steinpilze aus dem Boden. Pilzesuchen liegt auch bei jungen Leuten im Trend: den Großstadtlärm hinter sich lassen, ein schöner Waldspaziergang und am Abend ein frisches, selbstgepflücktes Gericht essen. Doch es gibt einiges zu beachten.

Wie viele Pilze dürfen gesammelt werden?

Im Bundesnaturschutzgesetz ist festgehalten, dass Pilze nur in geringer Menge für den persönlichen Bedarf gesammelt werden dürfen. In aller Regel sind das nicht mehr als zwei Kilogramm Pilze pro Person. Experte Dietmar Krüger von der Pilzschule Hessen erklärt, dass sich nicht alle an die Gesetze hielten und manche Sammler gezielt mehrere Kilogramm ernteten. Diese würden dann gewerblich an Restaurants und auf Märkten verkauft. Für das gewerbliche Sammeln von Pilzen sind ein Gewerbeschein und eine Genehmigung der Naturschutzbehörde Pflicht.

Das richtige Werkzeug und Körbchen

Am besten erntet man Pilze mit einem Pilzmesser, passende gibt es schon für unter 25 Euro. Die Klinge ist leicht gebogen und passt sich der natürlichen Rundform des Pilzstieles an, schneidet sauber und schonend, ohne den Boden und die Myzel darunter zu stören. Pilze sollten niemals in Plastiktüten gesammelt werden, da sich unter Luftabschluss die Eiweißzersetzung beschleunigt. In Tüten oder Rucksäcken werden die Pilze zu schnell zerquetscht. Deswegen: lieber ein klassisches Pilzkörbchen mitnehmen.

Ein Pilzsammler mit einem Korb voll Pilze

So erkennt man essbare Pilze

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Ist man sich mit der Bestimmung eines Pilzes nicht sicher, lässt man ihn stehen. Manche Pilze sehen sich nämlich zum Verwechseln ähnlich, so etwa Steinpilze und Gallenröhrlinge. Man erkennt Steinpilze an dem breiten braunen Hut und dem dicken, weißen Stiel, der sich beim Herausdrehen leicht bläulich verfärbt. Auch der hochgiftige Knollenblätterpilz und der gut genießbare Champignon sollten partout nicht verwechselt werden.

Die besten Pilz-Wälder in Hessen

Pilze wachsen das ganze Jahr über, Hauptsaison ist im September und Oktober. Die besten Ernte-Chancen gibt es hier.

  • Odenwald (Niederwald bei Bensheim)
  • Habichtswald
  • Meißner-Kaufunger Wald
  • Lahn-Dill-Bergland
  • Gladenbacher Bergland
  • Taunus (Selters, Oberursel)

Bestimmungsbuch oder App

Um sicher zu gehen, dass es sich um den richtigen Pilz handelt, ist ein herkömmliches Bestimmungsbuch zu empfehlen. Wem das zu analog ist, der kann aufs Smartphone zurückgreifen. Es gibt zahlreiche kostenlose Apps, zum Beispiel "Meine Pilze", "Pilzator" und "Pilzerkennung von Fotos". Zusätzlich gibt es Apps gegen Bezahlung mit Echtzeit-Bilderkennung und weiteren Extras.

Pilzvergiftung? Hier bekommt man Hilfe

Das im Knollenblätterpilz enthaltene Gift verursacht Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, die Anzeichen sind aber oft erst acht, zehn oder sogar 24 Stunden nach dem Verzehr spürbar. Bei Verdacht auf eine Vergiftung sollte sofort die Giftnotrufzentrale oder der Hausarzt angerufen werden. Dort gibt es Auskunft über Erste-Hilfe-Maßnahmen. Die Pilzreste sollten nicht weggeworfen werden, da diese bei der Bestimmung der Art der Vergiftung helfen können. Die Giftinformationszentrale Mainz erreicht man unter der 06131/19240.

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Pilze
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Zubereitung: Ab in die Pfanne

Nach einem erfolgreichen Spaziergang im Wald kann die Pilzausbeute zubereitet werden. Ein paar Möglichkeiten wären eine frische Pizza mit Steinpilzen, Bandnudeln mit Pifferlingen und Sahnesoße oder ganz puristisch in Butter angeschwitze Maronenröhrlinge. Vorsicht: Manche Pilze müssen erst vollständig gegart werden, damit sie nicht mehr giftig sind.