Wegen der Corona-Pandemie gelten noch immer eine Reihe von Reisebeschränkungen. Vor allem Fernreisen fallen in den Sommerferien voraussichtlich flach. Unsere Tipps zeigen: Es muss nicht immer Übersee sein. Denn auch in Hessen gibt es lohnenswerte Reiseziele.

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zum hr-fernsehen.de Video Urlaubsland Heimat - wo Hessen wegen Corona boomt

Urlaubsland Heimat - wo Hessen wegen Corona boomt
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Alle Urlaubstipps von Nord nach Süd:

Durchs Frau-Holle-Land ins Höllental: Wandern rund um den Hohen Meißner

Blick von der Burgruine Bilstein am Premiumweg.

"Der Nordosten von Hessen ist wirklich schön! Es lohnt sich gerade für Flachland-Hessen, die sonst viele quadratische Felder sehen, mal Richtung 'Frau-Holle-Land' in den Werra-Meißner-Kreis zu fahren. Die Strecken sind kurvig, es geht steil hoch und wieder runter und überall ist Wald. Wandern kann man rund um den Hohen Meißner bis zum tatsächlichen Umfallen.

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Der Rundweg startet am Wanderparkplatz Friedhof gegenüber der Kirchruine in Abterode (Gemeinde Meißner) oder alternativ am Parkplatz des Besucherbergwerks Grube Gustav, ebenfalls in Abterode. Die Tour ist ausgeschildert.

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Das Höllental ist, anders als der Name verspricht, sehr schön: Auf dem 'Premiumweg 23' geht es zehn Kilometer durch wilde Wälder, an Basaltfelsen und der Burgruine Bilstein vorbei. Ein altes Bergwerk lässt sich auch besichtigen. Trotz des Prädikats 'Premium' begegnet man auf der Tour fast niemandem. Es braucht aber feste Schuhe und etwas Kondition. Und wer noch bleiben möchte: Die Hessische Schweiz ist ganz in der Nähe, nicht ganz vergleichbar mit dem Original im Ausland – aber ein guter Ersatz."

Sonja Süß, Regionalkorrespondentin in Kassel

Kleine Tour de France: Fuldaradweg von der Wasserkuppe bis Hann. Münden

Abendstimmung an der Fulda in Rotenburg.

"220 Kilometer lang schlängelt sich die Fulda von ihrem Ursprung auf Hessens höchstem Berg bis kurz hinter die niedersächsische Landesgrenze. Und fast genauso lang ist auch der sogenannte R1, der Fuldaradweg. Er führt mal links, mal rechts entlang des munter plätschernden Bachs, der bald ein strömender Fluss wird, und dann und wann auch darüber hinweg. Meist geht es tipptopp ausgeschildert durch hübsche ost- und nordhessische Dörfer, aber auch Fulda, Bad Hersfeld, Rotenburg und Kassel liegen auf dem Weg und wollen besichtigt werden.

Vor allem die ersten 100 Kilometer bis Rotenburg sind herrlich abwechslungsreich und haben immer wieder schattige Abschnitte, mit der Rhön am Anfang als absolutes Highlight. Das Schöne: Auch wer nicht gerade auf die Tour de France trainiert, kann den Weg gut fahren - zum einen geht es die meiste Zeit bergab, zum anderen liegen alle paar Kilometer Pensionen, Gasthöfe oder Campingplätze. So kann man auch einen kleinen Familienurlaub daraus machen und sich die Strecke frei einteilen."

Bodo Weissenborn, Regionalkorrespondent in Gießen

Picknick im englischen Garten: Schloss Rauischholzhausen

Luftaufnahme von Schloss Rauischholzhausen.

"Schloss Rauischholzhausen ist für mich irgendwie besonders. Es liegt im idyllischen Ebsdorfergrund zwischen Gießen und Marburg inmitten eines riesigen, im englischen Stil angelegten Parks, der schon mehrfach Filmkulisse war. Da kann man toll picknicken und spazieren gehen – auch mit Kindern und Hund. Der Landschaftsarchitekt hat übrigens auch den Frankfurter Palmengarten gestaltet.

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Öffnungszeiten

Der Biergarten hat am Wochenende von 12 bis 19 Uhr geöffnet. Corona-bedingt finden im Schloss momentan keine Veranstaltungen statt.

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An besonders heißen Sommertagen sorgen mehrere Wasserstellen für Abkühlung. Im Schloss gibt es außerdem einen Biergarten, der samstags und sonntags geöffnet hat. Sehenswert ist auch der Ort Rauischholzhausen selbst mit seinen kleinen regionalen Läden und einem süßen Töpferei-Handwerkshäuschen."

Anna Spieß, Regionalreporterin für den Kreis Marburg-Biedenkopf

Bella Italia im Westerwald: Probbacher Waldsee

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Umfrage: Warum ist der Probbacher Waldsee ein Geheimtipp?

Der Probbacher Badesee liegt idyllisch am Rand eines Waldes.
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"Am Rande des Westerwalds liegt ein kleiner See mitten im Grünen - der Probbacher Waldsee in der Gemeinde Mengerskirchen. Die Besucher haben mir erzählt, dass er sie an die Seen in ihrem Sommerurlaub in Italien erinnert. Auf den Wiesen ringsum stehen oft Tiere: Ziegen, manchmal Kühe und außerdem lebt dort seit Jahren eine Wasserschildkröte.

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Öffnungszeiten

Der Waldsee liegt zwischen Probbach und Winkels im Faulbachtal. In der Sommersaison ist die Badestelle täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 3,50 Euro, für Kinder 2 Euro.

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Im See kann unter Aufsicht geschwommen werden. Es gibt außerdem eine große Liegewiese, die auch in Corona-Zeiten Platz für 500 Personen bietet, einen Kiosk und einen Grillplatz. Und auch für Nichtschwimmer lohnt sich ein Besuch: Die Umgebung lädt zum Wandern, Radfahren und Spazierengehen ein."

Benjamin Müller, Regionalkorrespondent für den Kreis Limburg-Weilburg

Mittelalterliche Altstadt mit Fachwerkhäusern: Idstein im Taunus

Bunte Fachwerkhäuschen zieren die Idsteiner Altstadt.

"Idstein im Taunus fühlt sich für mich sehr entspannt an und deshalb wie Urlaub. Die Altstadt lässt sich mit einer der vielen angebotenen Stadtführungen erkunden - ob bei einer Reise ins mittelalterliche Idstein mit Burganlage und Hexenturm, einem Fotospaziergang für das perfekte Motiv vor der Linse, einer Entdeckertour für Kinder oder einer alternativen Führung für alle, die die Stadt bereits zu kennen glauben. Doch auch auf eigene Faust gibt es an den Fachwerk-Fassaden viel zu entdecken.

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Stadtführungen: Karten sind vorab in der Touristeninformation (König-Adolf-Platz 12, Tel. 06126-78620) für fünf Euro erhältlich. Wegen der Corona-Beschränkungen ist die Teilnehmerzahl auf 15 Personen begrenzt. Masken sind Pflicht.
Wanderweg: Der Rundweg startet am Restaurant "Ponyhof" in Idstein und führt auf rund 9 km am Naturdenkmal Alte Buche vorbei zu den Wolfsbachteichen und zurück nach Idstein.

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Essen kann man in der Altstadt eigentlich überall gut. Wer optisch und kulinarisch auf etwas Besonderes aus ist, geht in den Höerhof. Vor dem Essen kann man auf einem Rundweg zu den Wolfsbachteichen wandern, sich E-Bikes leihen oder auf dem 'Waldglasweg' - einem Lehrpfad bei Glashütten - erfahren, wie Glas hergestellt wird."

Andrea Bonhagen, Regionalreporterin in Wiesbaden

Blick ins Wohnzimmer des Teufels: Tropfsteinhöhle in Steinau

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zum hr-fernsehen.de Video Teufelshöhle in Steinau an der Straße

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"Besonders an drückend heißen Sommertagen lohnt sich ein Besuch der 'Teufelshöhle' in Steinau an der Straße. Tief unter der Erde sind es gerade einmal 10 Grad. Doch nicht nur die Temperatur jagt großen und kleinen Besuchern einen kalten Schauer über den Rücken, denn der Legende nach soll der Teufel höchstpersönlich dort gelebt haben. Mit etwas Phantasie ist sein Antlitz noch immer im Eingangsbereich der 2,5 Millionen Jahre alten Tropfsteinhöhle zu erkennen.

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Öffnungszeiten

Wegen der Corona-Beschränkungen werden Führungen nur nach Absprache angeboten. Besucher müssen sich dazu im Verkehrsbüro in Steinau (Brüder-Grimm-Straße 70, Tel. 06663-97388) anmelden.

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Die Stadt Steinau bietet außerdem eine Reihe weiterer Sehenswürdigkeiten, darunter das Brüder Grimm-Haus und Schloss Steinau, welches als größte und am besten erhaltene Schlossanlage der Frührenaissance in Hessen gilt. Am nahegelegenen Kinzig-Stausee kann man außerdem Ruder- oder Elektroboote mieten."

Anja Engelke, Nachrichtenredakteurin in Frankfurt

Erholung vom Großstadtdschungel: Alter Flugplatz in Frankfurt-Bonames

Drachen steigen lassen auf dem alten Flugplatz in Frankfurt Bonames

"Der Alte Flugplatz am Rande des Stadtteils Bonames ist Teil des Frankfurter Grüngürtels und unweit des Flüsschens Nidda gelegen. Das ehemalige Hubschrauber-Flugfeld der US-Army ist heute Teil eines Landschaftsschutzgebiets. Auf der ehemaligen Landebahn können Kinder unbedenklich Roller und Laufrad fahren, der glatte Asphalt ist aber auch ideal für Inline-Skates. Das Tower-Café bietet zudem allerlei Leckeres und Erfrischendes für das leibliche Wohl.

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Anfahrt

Mit dem Auto: Parkplätze befinden sich Am Burghof 55, 60437 Frankfurt am Main.
Mit dem ÖPNV: Mit der U2 bis Haltestelle "Kalbach" fahren. Von dort ist der Fußweg (ca. 10 min) ausgeschildert.

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Der vormalige Hangar wird heute als Konzerthalle genutzt. Ein anderes Betriebsgebäude dient als 'Grünes Klassenzimmer' für Schulklassen und Kindergartengruppen. Das Gelände rund herum mit Wiesen und Feuchtbiotopen eignet sich zum Spazierengehen und Fahrradfahren. Fußgänger und Radler aus Richtung Innenstadt kommend gelangen über eine kleine Brücke über die Nidda zum Regionalpark. Insgesamt ein hervorragendes Naherholungsgebiet und Kleinod für Natur- und Freizeitsportbegeisterte."

Meliha Verderber, Nachrichten- und Social Media-Redakteurin in Frankfurt

Wie in Professor Sprouts Kräuterkunde-Unterricht: Wissenschaftsgarten der Goethe-Uni

Der Wissenschaftsgarten auf dem Gelände der Goethe Universität im Stadtteil Riedberg.

"Den Palmengarten in Frankfurt kennt fast jeder, ein echter Geheimtipp ist dagegen der Wissenschaftsgarten auf dem Gelände der Goethe Universität im Stadtteil Riedberg. Wer immer schon mal wissen wollte wie die Pflanzen aussehen, die wir häufig nur aus Arzneimitteln kennen, ist im Wissenschaftsgarten genau richtig. Die Pflanzenarten sind nach Themenbereichen sortiert, ausführliche Infotafeln liefern Wissenswertes - bis hin zur chemischen Formel.

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Öffnungszeiten

Montag bis Freitag von 9 bis 15 Uhr, von März bis Oktober auch am Samstag von 11 bis 17 Uhr. An jedem dritten Freitag im Monat gibt es um 16 Uhr eine 90-minütige Führung. Der Eintritt ist kostenlos. Die großen Gewächshäuser öffnen nur für Gruppen ab 20 Personen und nach Anmeldung. Hunde dürfen nicht mitgebracht werden.

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Der Garten - mit Blick auf die Frankfurter Skyline - ist eine Oase der Ruhe. Zwischen Zitronenbäumen und Seerosenteich mit Libellen im Tiefflug lässt sich herrlich schlendern. Kleine Harry-Potter-Fans dürften sich wie Professor Sprout fühlen: Am Ausgang gibt es ab und zu tatsächlich fleischfressende Pflanzen zum Mitnehmen. Für Familien mit sehr kleinen Kindern, die eher einen Ort mit Spielplatzcharakter suchen, ist der Wissenschaftsgarten aber nicht unbedingt geeignet."

Caroline Wornath, Nachrichtenredakteurin in Frankfurt

Zurück in die 1970er-Jahre: Parkhotel im Odenwald

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zum hr-fernsehen.de Video Das Parkhotel 1970 in Michelstadt ist ein Geheimtipp für Retro-Fans

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"Zu einer Reise in die Vergangenheit lädt das Parkhotel 1970 in Michelstadt-Vielbrunn an der bayerischen Grenze ein. Erst vor ein paar Jahren wurde das Hotel aus seinem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf erweckt, die Original-Einrichtung von damals blieb erhalten. Wer also in Erinnerungen an die 'wilden Zeiten' schwelgen möchte, findet im Parkhotel die passende Kulisse – garniert mit Mettigeln, Toast Hawaii oder Käsespießen. Das Hotel eignet sich für Reisende und Tagungsgäste, kleine Kinder sind wegen des museumsähnlichen Mobiliars aber weniger gerne gesehen.

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Kontakt

Parkhotel 1970, Ohrnbachtalstraße 7, 64720 Michelstadt-Vielbrunn
Reservierung unter Tel. 06066-9697996 oder per Mail an info@parkhotel-1970.de

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Noch weiter zurück in die Vergangenheit geht es im Zentrum von Michelstadt: Der Diebsturm, der unter anderem als Gefängnis diente, wurde bereits um 950 n. Chr. erbaut. Wen es stattdessen in die Natur zieht, der kann auf dem nahegelegenen Golfplatz ein paar Bälle schlagen, durch den Englischen Garten Eulbach schlendern oder sich auf eine der zahlreichen, unterschiedlich langen Wanderungen rund um Michelstadt begeben."

Antje Buchholz, Nachrichtenredakteurin in Frankfurt

Ab in den Süden: Vier-Burgen-Stadt Neckarsteinach

Die Hinterburg gehört zur Vier-Burgen-Stadt Neckarsteinach im Süden Hessens.

"Dass Hessen bis an den Neckar reicht, ist vielen vielleicht nicht direkt bewusst. Aber: Neckarsteinach macht’s möglich. Die Vier-Burgen-Stadt ist der südlichste Zipfel unseres Bundeslands und liegt wunderschön gelegen an einem Neckarbogen. Mit der Vorder-, der Mittel-, der Hinterburg sowie der Burg Schadeck (auch Schwalbennest genannt) bietet die Stadt zahlreiche Ausflugsziele für Klein und Groß.

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Adressen

Touristeninformation: Hauptstraße 7, 69239 Neckarsteinach, Tel. 06229-92000
Campingplatz Hessisches Neckartal, Fährweg 4A, 69239 Neckarsteinach, Tel. 06229-960331

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Wanderwege, der Nibelungengarten sowie der Kunstpfad Neckarsteinach runden das Freizeitangebot ab. Für Gäste, die ein paar Tage länger bleiben möchten, bietet ein nahegelegener Campingplatz eine Übernachtungsmöglichkeit im Freien."

Nicolas Herold, Sport- und Nachrichtenredakteur in Frankfurt

Sendung: hr-fernsehen, mex - das marktmagazin, 01.07.2020, 20.15 Uhr