Skifahrer auf der Skipiste in Willingen.

Dem Kunstschnee sei Dank: Hessens größtes Skigebiet in Willingen hat am Sonntag den Liftbetrieb gestartet. Auf dem höchsten Berg im Land ist Ski und Rodel dagegen noch nicht gut.

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hs
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In Willingen (Waldeck-Frankenberg) ist am Sonntag der erste Sessellift dieses Winters angeschaltet worden. Das geht aus der Liftinfo auf der Homepage hervor. Jörg Wilke, Sprecher des Skigebiets, hatte bereits am Samstag angekündigt, dass ab Sonntag mit der 800 Meter langen Sechs-Personen-Sesselbahn am Ritzhagen die ersten Ski- und Snowboardfahrer auf den östlichen Seitenhang des größten hessischen Skigebiets befördert würden.

"Die Piste wird dann mindestens 20 Zentimeter stark sein und gut befahrbar sein", sagte Wilke. Bereits am Samstag wurden drei Förderbänder an Übungshängen in Betrieb genommen, damit Kinder und Skianfänger die ersten Fahrversuche des Winters unternehmen konnten. Einer der Übungshänge sei fürs Schlittenfahren freigegeben, sagte Wilke.

Die meisten Pisten mit Beschneiungsanlagen

Eine Schicht aus Naturschnee liegt in Willingen zwar nicht, aber die Schneekanonen laufen, um eine Kunstschneedecke zu erzeugen. Die Maschinen wurden am Freitag wieder in Betrieb genommen. Wilke sagte: "Wie viele Lifte und Pisten wir in den nächsten Tagen in Betrieb nehmen können, müssen wir angesichts der Witterung sehen."

Willingen hat ein 17 Kilometer langes Pistennetz. Sie liegen auf Höhen zwischen 560 und 840 Metern. 13 Kilometer Pisten sind mit Beschneiungsanlagen versehen. Außer in die Beschneiung hat die Kommune zuletzt Millionen in einen hochmodernen Achter-Sessellift namens K1 investiert. Er wurde vergangenen Winter in Betrieb genommen. In Willingen gibt es 16 Lifte.

In Winterberg laufen schon sieben Lifte

Im benachbarten Winterberg im Sauerland (Nordrhein-Westfalen) sind dank technisch erzeugtem Schnee bereits sieben Lifte in Betrieb, wenn auch nur an drei Pisten, wie die Sprecherin der Wintersport-Arena Sauerland, Susanne Schulten, mitteilte. Das Angebot ist also auch dort noch übersichtlich. Bis Montag hoffen die Skigebiete, weitere Lifte an den Start bringen zu können.

Beschneiung auf Wasserkuppe hat erst begonnen

Auf Hessens höchstem Berg, der 950 Meter hohen Wasserkuppe in der Rhön, sind die Aussichten für Skifahrer und Snowboarder noch bescheidener. Es gibt keinen Naturschnee. Immerhin laufen die Schneekanonen seit Freitagabend, weil es kalt genug geworden ist für die Produktion von technisch erzeugtem Schnee.

"Aktuell haben wir vier Grad unter dem Gefrierpunkt. Das ist optimal", erklärte der Betriebsleiter des Skiliftbetreibers Wiegand, Martin Kirchner. Für die Kunstschnee-Produktion wird das in großen Reservoirs gesammelte Wasser genutzt und vereist.

Urlauber warten auf den Schnee

Anfang der Woche, hofft der Skiliftbetreiber auf der Wasserkuppe, könne er wenigstens einen Übungshang in Betrieb nehmen. Kinder und Anfänger werden auf einem Förderband noch oben gebracht, um die 100 Meter lange und 30 Meter breite Piste namens Zauberteppich zu befahren.

Ein richtiger Saisonstart mit mehreren in Betrieb gegangenen Liften lässt auf der Wasserkuppe weiter auf sich warten. "Viele Urlauber sind schon hier und warten sehnlichst auf den Start. Einige sind zwar enttäuscht. Aber die meisten haben Verständnis. Es ist halt eine Natursportart, für die die passenden Bedingungen herrschen müssen", sagte Kirchner: "Unsere Erfahrung ist, dass sich der Saisonbeginn immer weiter nach hinten verlagert."

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau 29.12.2019, 19:30 Uhr