Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Polizei kontert Gewaltvorwürfe

Polizei und linke Demonstranten geraten aneinander

Eine Demonstration in Frankfurt war am 1. Mai eskaliert. Die Organisatoren warfen der Polizei unverhältnismäßigen Gewalteinsatz vor. Jetzt hat die Polizei reagiert. Die Gewalt sei von den Demo-Teilnehmern ausgegangen. 13 Beamte seien verletzt worden.

Die Frankfurter Polizei hat am Montag ausführlich Stellung zu einer eskalierten Demo linker Gruppen am 1. Mai in der Innenstadt genommen. In ihrer Mitteilung widerspricht sie einer in den Sozialen Medien verbreiteten Darstellung unverhältnismäßiger Gewaltanwendung durch Einsatzkräfte.

Unter anderem hatte die die Bewegung "Fridays for Future Frankfurt" auf Twitter geschrieben, Menschen seien von der Polizei "brutal zusammengeschlagen" worden. Die Veranstalter des Demonstrationszuges "Tag der Wut" hatten auch vom Schädelbasisbruch eines Demonstranten und mehreren Gehirnerschütterungen berichtet. Im Netz kursierten Videos von Polizeibeamten, die mit Schlagstöcken auf Demonstranten losgingen.

Polizei: "Mit Flaschen, Steinen und Pyrotechnik beworfen"

Die Polizei erklärte nun ihrerseits, die Gewalt sei von den Demonstrantinnen und Demonstranten ausgegangen. Beamte seien mit Flaschen, Steinen und Pyrotechnik angegriffen worden. Mehrere Männer und Frauen hätten versucht, mit Fahnenstangen unter die Helmvisiere der Polizeikräfte zu stoßen. Auch seien Fahnenstangen als Wurfgeschosse und Schlaggegenstände eingesetzt worden.

Dass die Stellungnahme erst zwei Tage nach den Geschehnissen erfolgt, habe mit der Verpflichtung zu einer wahrheitsgemäßen Berichterstattung zu tun, erklärte das Präsidium. Insbesondere habe man die Behauptungen in den Sozialen Medien zunächst gegenprüfen müssen.

Kein Schädelbasisbruch

Insgesamt 13 Beamte wurden den Angaben zufolge verletzt. Der Schädelbasisbruch eines Demonstranten bestätigte sich laut Mitteilung nicht. Der Betreffende habe eine "knöcherne Kopfverletzung" erlitten, hieß es. Zur Ursache habe er keine Angaben machen können. Anzeige habe er auch nicht erstattet. Die Polizei hat ihrerseits Ermittlungen eingeleitet. Das Ergebnis werde der Staatsanwaltschaft zur Bewertung vorgelegt, hieß es.

Die Polizei berichtete außerdem von einem weiteren verletzten Demonstranten mit einer Platzwunde. Dieser sei vor Ort versorgt worden und habe eine Einlieferung ins Krankenhaus abgelehnt. Seine Identität sei nicht bekannt. Ein auf Twitter behaupteter Herzinfarkt des Mannes habe sich als Falschmeldung entpuppt.

Wasserwerfer eingesetzt

Den - zuvor mehrfach angedrohten - Einsatz eines Wasserwerfers räumte die Polizei ein. Demonstrantinnen und Demonstranten hätten versucht, seine Weiterfahrt zu behindern. Der Wasserwerfer sollte helfen, einen Platz zu räumen. Laut Polizei waren rund 200 Personen am Abend nach Auflösung der Demonstration vor Ort geblieben.

Zu dem Demonstrationszug waren 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet. Bereits zu Beginn hätten sich jedoch 2.200 Menschen vom Opernplatz in Richtung Gallus bewegt, so die Polizei. Im weiteren Verlauf sei ihre Zahl auf 3.500 angewachsen. Die Grundstimmung gegenüber den Beamten sei von Anfang an aggressiv gewesen. Dies habe sich dann in Angriffen auf die Einsatzkräfte entladen.

17 Strafanzeigen gegen Demonstranten

Insgesamt kontrollierte die Polizei 51 Personen und erstellte 17 Strafanzeigen, unter anderem wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung. Es gab 15 vorübergehende Festnahmen. Beim Polizeipräsidium Frankfurt lägen bislang keine Strafanzeigen im Zusammenhang mit den Demonstrationen vom 1. Mai vor, hieß es.

Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hatte unter dem Motto "Solidarität ist Zukunft" zu einer Demonstration am Tag der Arbeit aufgerufen. Wie die Polizei berichtete, zogen dabei rund 3.000 Mensachen friedlich von der Hauptwache zum Opernplatz. Gegen eine Frau, die nicht zur Versammlung gehörte, wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Sie hatte nach der Demonstration den abwandernden Teilnehmern den Hitlergruß gezeigt.

Sendung: hr-iNFO, 03.05.2021, 18.00 Uhr