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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wette: 112 Feuerwehrleute als Nikoläuse

Feuerwehrleute aus Rabenau in Nikolausverkleidung

Wenn am Nikolausabend mindestens 112 als Nikolaus verkleidete Feuerwehrleute vor einem Supermarkt in der Gemeinde bei Gießen auftauchen, bekommt die Freiwillige Feuerwehr eine Wärmebildkamera geschenkt. Die Unterstützung dafür im Ort ist groß.

Bei Andreas Ziegler steht seit Tagen das Telefon nicht mehr still. Anfang der Woche hatte der Radiosender hr3 über die Wette berichtet. "Seitdem klingelt es ununterbrochen", sagt der Betreiber eines Supermarkts im Rabenauer Ortsteil Londorf (Kreis Gießen). Es war Zieglers eigene Idee. Einige seiner Mitarbeiter seien selbst bei der Freiwilligen Feuerwehr. Bei Gesprächen habe er mitbekommen, was die Feuerwehr am besten brauchen könnte. Dann sei man schnell auf die Wärmebildkamera gekommen - und auf die Wette. 

"Wärmebildkamera bedeutet Rettung von Menschenleben"

Ziegler fordert Rabenaus Bürgermeister Florian Langecker (parteilos) heraus. Die Wette: Wenn der Bürgermeister es schafft, dass am Abend des 6. Dezembers mindestens 112 Feuerwehrleute verkleidet als Nikoläuse auf dem Parkplatz vor Zieglers Supermarkt erscheinen, dann spendet er der Feuerwehr eine solche Kamera. Kosten: etwa 2.000 Euro.

Bürgermeister Langecker war nach eigenen Angaben "sofort schwer begeistert" von der Wette - und schlug ein. Denn die Rabenauer Feuerwehr habe derzeit nur eine Wärmebildkamera, und die sei in die Jahre gekommen. Der Wunsch nach einer weiteren Kamera bestehe schon lange. "Es geht hier schließlich um die Rettung von Menschenleben und die Eigensicherung der Feuerwehrkameraden", sagt der Bürgermeister.

Wärmebildkamera bei der Feuerwehr im Einsatz

Gemeindebrandinspektor Markus Göbel sagt: "Wenn ein Haus brennt, und da ist noch jemand drin, dann kann man die Person mit der Wärmebildkamera einfach schneller finden." Deswegen unterstützt nicht nur die Freiwillige Feuerwehr Rabenau die Wette, auch die Feuerwehr der Nachbargemeinde Allendorf/Lumda (Gießen) will mitmachen, sagt Göbel - auch der Kreisbrandinspektor hat seine Unterstützung zugesagt. Es gebe eine Welle der Begeisterung bei den Feuerwehrleuten. "Die sind Feuer und Flamme, alle wollen mitmachen." Deswegen ist Göbel sich sicher: "Das mit den 112 Feuerwehr-Nikoläusen, das packen wir."

Große Unterstützung für Wette

Auch im Ort kommt die Wettaktion gut an. Viele Bürger sagen, sie wollten der Feuerwehr helfen. Die ist in Rabenau offenbar gut aufgestellt: Insgesamt 130 Aktive verrichten ihren ehrenamtlichen Dienst an Schlauch und Löschgerät. "Mit der Jugendfeuerwehr kommen wir auf 170 Aktive", sagt der Bürgermeister stolz. 

Aber auch bei der Freiwilligen Feuerwehr in Rabenau sinkt, wie in vielen anderen hessischen Gemeinden auch, die Zahl der Einsatzkräfte kontinuierlich, bestätigt Gemeindebrandinspektor Göbel. Deswegen würden immer neue Kameraden gesucht, auch Quereinsteiger. "Wir brauchen alle", sagt Göbel.

Ab 18 Uhr werden an diesem Freitag die Nikoläuse auf dem Parkplatz gezählt  - bei Bratwurst und Glühwein, versteht sich. Supermarkt-Betreiber Ziegler hat vorsichtshalber schon mal einen Ordnungsdienst organisiert, um den möglichen Nikolaus-Massenauflauf zu regeln. Letzten Meldungen zufolge werden bis zu 500 verkleidete Feuerwehrleute erwartet.

In Rabenau sind sie sicher, dass der Bürgermeister die Nikolaus-Wette gewinnt. Vor eine Niederlage hat Wett-Initiator Andreas Ziegler auch keine Angst: "Wenn es so kommt, hat es noch nie so viel Spaß gemacht, eine Wette zu verlieren", sagt er.

Sendung: hr4 Mittelhessen, 05.12.2019, 15.30 Uhr