Die Grafik zeigt eine Geldnote, die zugleich das Verhältnis der ungerechten Bezahlung abbildet - sowie die Demonstrationen für eine geschlechtsneutrale Bezahlung andeutet.

Auf durchschnittlich 21 Prozent beziffert das Statistische Bundesamt die Einkommensdifferenz zwischen Männern und Frauen. Am "Equal Pay Day" wurde vielerorts auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam gemacht.

Videobeitrag

Video

zum Video Aktionstag zum "Equal Pay Day"

hessenschau
Ende des Videobeitrags

Die 21-prozentige Lohnlücke zwischen Männern und Frauen hat laut dem Statistischen Bundesamt mehrere Gründe: Sie rührt unter anderen daher, dass Frauen häufiger in Branchen und Berufen arbeiten, die schlechter bezahlt sind, und dass sie außerdem seltener in Führungspostionen aufsteigen.

In den vergangenen drei Jahren lag diese Lohnlücke konstant bei jeweils 21 Prozent. Eine "himmelschreiende Ungerechtigkeit" nennt das auch die Frankfurter Frauendezernentin Rosemarie Heilig (Grüne).

Rote Handtaschen gegen die Lohnlücke

Aktion auf dem Römerberg

Zum "Equal Pay Day" fanden an diesem Montag bundesweit rund 1.000 Aktionen statt. In Frankfurt lud das gleichnamige Aktionsbündnis ab 16 Uhr zur einer Straßenaktion auf dem Römerberg ein. Mit roten Stofftaschen wollte das Bündnis auf die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen aufmerksam machen und mit Passanten auf einem roten Sofa ins Gespräch kommen.

Das Frankfurter Bündnis besteht aus 15 Organisationen, darunter Business and Professional Women (BPW), das städtische Frauenreferat und das Evangelische Frauenbegegnungszentrum. Das Bündnis wurde 2015 gegründet und fordert neben gleichem Lohn für gleiche Arbeit auch mehr Frauen in Führungspositionen. Die Idee, mit roten Taschen auf die Lohnlücke zwischen Männern aufmerksam zu machen, stammt ursprünglich aus den USA und wurde dort 1988 erstmals umgesetzt.

Große Lohnlücke auf dem Land, geringere in Städten

Aktuelle Zahlen zur Lohnlücke in Hessen stammen aus dem "Hessischen Lohnatlas", der 2017  vom Sozialministerium und der Frankfurter Goethe-Universität veröffentlicht wurde. Die Differenz zwischen männlichen und weiblichen Vollzeitbeschäftigten  beträgt demnach landesweit 14,1 Prozent.

Regional fällt die Lohnlücke sehr unterschiedlich aus: In ländlichen Gebieten ist sie viel größer als in Städten. In den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg (23,4 %), Waldeck-Frankenberg (23,3%) und Schwalm-Eder (23,1%) ist sie am größten, in Wiesbaden (10,4 %), Frankfurt (8,1%) und Offenbach (2,3 %) am geringsten.

Weitere Informationen

"Gender Pay Gap“

Zur Lohnlücke, auch "Gender Pay Gap" genannt, tauchen immer wieder unterschiedliche Zahlen auf. Das liegt daran, dass das Statistische Landesamt die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen anders berechnet und zwischen einem  unbereinigtem und einem bereinigten Gender Pay Gap unterscheidet. Der unbereinigte Wert von 21 Prozent berücksichtigt nicht den Umfang der Beschäftigung (Vollzeit/Teilzeit) und die Verteilung auf unterschiedliche Berufsgruppen. Der Faktenfinder der tagesschau erklärt, wie die unterschiedlichen Zahlen zustande kommen.

Ende der weiteren Informationen