Beschimpfungen und Drohungen, bisweilen sogar Schläge müssen sich Mediziner in Hessen von Patienten oder deren Angehörige gefallen lassen.

Seit neun Monaten sammelt die Landesärztekammer (LÄK) Hessen die Berichte ihrer Mitglieder - als erste Ärztekammer in Deutschland. "Seit März 2019 sind 25 Bögen bei der LÄKH eingegangen", zieht die Kammer nun eine erste Bilanz.

Der überwiegende Teil der Absender arbeite in einer Praxis, ein Meldebogen bezieht sich auf einen Notfalleinsatz. "Generell werden in den Meldebögen vorwiegend verbale Formen von Gewalt beziehungsweise Aggression wie Beschimpfungen, Rufschädigung und die Androhung von Rufschädigung beschrieben", berichtete die Kammer.

"Bei dem Notfalleinsatz soll es neben Beleidigungen und Drohungen auch zu Schlägen gegen den Rettungsdienst gekommen sein." In fast allen geschilderten Fällen ging die Gewalt von Patienten oder deren Angehörigen aus. Die vergleichsweise geringe Zahl der Rückläufe erlaube nicht den Rückschluss, "dass Gewalt nur eine geringe Rolle im ärztlichen Alltag in Hessen spielt", betonte die Kammer. Der Fragebogen diene auch dazu, verlässliche Zahlen zu liefern.