Graffito für die Opfer des Anschlags von Hanau an der Frankfurter Friedensbrücke

Vor vier Monaten erschoss in Hanau ein Rechtsextremer neun Menschen mit Migrationshintergrund. In Frankfurt wird der Ermordeten nun auf besondere Weise gedacht.

Videobeitrag

Video

zum Video Gedenk-Graffito enthüllt

startbilder-nf
Ende des Videobeitrags

Unter der Friedensbrücke in Frankfurt erinnert ein Gedenk-Graffito an die Opfer des rechtsextremen Anschlags in Hanau vom 19. Februar. Genau vier Monate nach der Tatnacht, in der neun Menschen getötet wurden, ist das 27 Meter lange Wandbild am Freitag enthüllt worden.

"Es ist unsere Aufgabe, die Erinnerung an die Ermordeten aufrechtzuerhalten und rassistische Verhältnisse zu thematisieren", sagte Seda Ardal von der Initiative "19. Februar Hanau". Das für das Graffito verantwortliche Künstlerkollektiv kritisiert, dass der Staat Betroffene nicht ausreichend vor rassistischer Gewalt schütze. Die Sprayer fordern: "Niemand darf wegschauen." Was in Hanau passiert sei, sei der Höhepunkt alltäglich erlebter rassistischer Gewalt, die nicht ausreichend verfolgt und bekämpft werde.

Ein Mann legt Blumen vor dem Graffito der Ermordeten nieder

Angehörige legten Blumen nieder

Zur Vorstellung des Wandbilds kamen auch Angehörige und legten Blumen nieder. Das Gemälde solle zeigen, welches Leid Rassismus anrichte, sagte der Bruder eines der Opfer, Cetin Gültekin. Er sagte, auch Parteien heizten Rassismus bewusst an, etwa die Alternative für Deutschland (AfD).

Am 19. Februar erschoss in Hanau ein 43-Jähriger neun Menschen mit ausländischen Wurzeln, seine Mutter und sich selbst. Vor dem Anschlag hatte er Pamphlete und Videos mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet veröffentlicht.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 19.06.2020, 13 Uhr