Demonstrierende der Gruppe "Letzte Generation" sitzen auf der Straße und halten Banner hoch.

Den dritten Tag in Folge haben "Letzte Generation"-Aktivisten den Verkehr in Frankfurt blockiert. Betroffen war auch die Kaiserlei-Kreuzung in Offenbach. Die Polizei nahm Dutzende Menschen in Gewahrsam.

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Polizei löst erneute Verkehrsblockade der "Letzten Generation"

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Aktivisten haben am Mittwochmorgen in Frankfurt erneut Straßen blockiert und für Verkehrsbehinderungen gesorgt. Betroffen waren die Strahlenberger Straße und die Kaiserlei-Kreuzung an der Grenze zu Offenbach, wie die Polizei mitteilte. Der Verkehr staue sich, sagte ein Sprecher, ehe die Polizei knapp eine Stunde später mitteilte, dass die Blockade aufgelöst wurde. Mehrere Aktivisten seien in Gewahrsam genommen worden und hätten Platzverweise erhalten.

Einige von ihnen hatten versucht, auf die Fahrbahn der nahen A661 zu gelangen. Ein Aktivist hatte sich mit den Händen an eine Leitplanke geklebt, konnte aber wieder davon gelöst werden. Außerdem schütteten Aktivisten eine unbekannte Flüssigkeit am Kaiserlei auf die Straße. Vermutlich handelte es sich dabei um sogenanntes Fake-Oil, eine Flüssigkeit, die wie Öl aussieht, aber ungefährlich ist.

Die Autobahnausfahrt Kaiserlei war wegen der Reinigungsarbeiten bis zum Mittag gesperrt. Die Beamten hatten Autofahrern geraten, den Bereich weiträumig umfahren.

Aktivisten auf dem Weg zur Blockade gestoppt?

Auf der Mainzer Landstraße im Stadtteil Gallus hatte die Polizei bereits am Morgen etwa 40 Menschen in Gewahrsam genommen, die ebenfalls mutmaßlich der Aktivistengruppe angehörten. Sie hätten entsprechende Banner getragen, sagte ein Sprecher, und seien vermutlich auf dem Weg zu den Blockaden gewesen. Die Betroffenen wurden zunächst auf die Wache gebracht, wo ihre Personalien festgestellt werden sollten.

Im Lauf des Tages sollte noch von einem Richter geprüft werden, ob manche der Festgenommenen für mehrere Tage in Gewahrsam kommen können, um weitere Aktionen zu verhindern. Am Dienstag wurden so sechs Aktivisten länger festgesetzt.

Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei beiden Gruppen um Mitglieder der selbsternannten Letzten Generation handelt, die auch in den vergangenen Tagen mehrfach den Verkehr in Frankfurt lahmgelegt hatte. Zuletzt hatten sich am Dienstag Demonstranten an mehreren Stellen im Frankfurter Stadtgebiet auf die Fahrbahn gesetzt oder sich festgeklebt

Protest gegen Investitionen in Gas und Öl

Laut einer am Montag veröffentlichten Pressemitteilung der Aktivistengruppe richtet sich ihr Protest gegen weitere Investitionen der Bundesregierung in Gas- und Ölprojekte. Unter anderem verweist die Initiative auf den geplanten Neubau von Terminals für Fracking- und Flüssiggas aus Katar und den USA. "Olaf Scholz und die Bundesregierung wollen damit Fakten für Jahrzehnte schaffen, anstatt die Gelder sinnvoll in erneuerbare Energien zu stecken", hieß es in der Mitteilung .

Gegen die an den Aktionen der vergangenen Tage beteiligten Menschen wurden Strafverfahren wegen des Verdachts der Nötigung eingeleitet.

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