Rund 96 Prozent der hessischen Prüflinge schaffen das Abitur - und werden dabei immer besser. Die Bestnote 1,0 ist 2019 häufiger vergeben worden als jemals zuvor.

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Bitte Ruhe, Stifte raus: Hessens Schüler schneiden bei den Abiturprüfungen immer besser ab. 2019 lag der Notenschnitt bei 2,37, wie das Kultusministerium am Freitag in Wiesbaden miteilte.

549 Schüler erreichen 1,0

2018 lag die Durchschnitts-Abi-Note in Hessen noch bei 2,39. Seit Einführung des Landesabiturs 2007 wird der Notenschnitt jährlich besser. 96,21 Prozent der Prüflinge haben in diesem Jahr das Abitur bestanden, diese Quote ist seit Jahren in etwa stabil. Allerdings gab es seit der Reform nie so viele Abiturienten mit der Note 1,0 wie in diesem Jahr: 549 Schüler in Hessen haben das geschafft - und das bei sinkenden Abiturientenzahlen.

Nur 23.108 Schüler sind 2019 angetreten, in den Vorjahren waren es stets über 25.000. "Die hessischen Abiturientinnen und Abiturienten haben auch in diesem Jahr wieder gute Leistungen erzielt, über die ich mich sehr freue und zu denen ich ganz herzlich gratulieren darf", erklärte Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Seit Einführung des Landesabiturs 2007 könne Hessen "eine bemerkenswerte Kontinuität der Leistungen der Abiturjahrgänge verzeichnen".

Doch besser Zentralabitur?

Aber sollten nicht alle Schüler in Deutschland das gleiche Abitur machen? Erst am Mittwoch hatte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) betont, die Diskussion um ein Zentralabitur sei "kein Thema für das Sommerloch, sondern muss jetzt ernsthaft vorangetrieben werden".

Anlass war, dass OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher Deutschland ein Zentralabitur empfohlen hatte: "Ein Abitur auf Landesebene macht genauso wenig Sinn, wie dass jeder Provinzfürst seine eigene Währung druckt", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Denn am Ende bewerben sich die Schüler um die gleichen Hochschulen und Ausbildungsplätze."

Lorz: Zentralabitur nicht die Lösung

Für Kultusminister Lorz, der auch Präsident der Kultusministerkonferenz ist, ist ein bundesweit einheitliches Zentralabitur nicht die Lösung, wie er in einer Mitteilung vom Freitag schreibt. Die Kultusministerkonferenz habe bereits massive Anstrengungen unternommen, das Abitur zu vereinheitlichen: "Diese eingeschlagene Richtung muss konsequent weiter beschritten werden. Was am Ende dieser Entwicklung stehen wird, bleibt abzuwarten."

Die Abiturnoten sollten natürlich so vergleichbar wie möglich sein, "aber das wird man wohl nicht mit letzter Perfektion hinbekommen. Insofern erweckt die Forderung nach einem bundesweit einheitlichen Zentralabitur unrealistische Erwartungen."

Sendung: hr4, 19.7.2019, 9.30 Uhr