Demonstranten in Marburg
Die Demonstranten riefen in Sprechchören: "Rassistisch, sexistisch, ekelhaft - das ist die deutsche Burschenschaft." Bild © hr

Gewerkschaften und Studenten sind am Samstag in Marburg auf die Straße gegangen. Sie protestierten gegen eine Burschenschaft, die mehrere bekannte Akteure der extrem rechten Szene zu sich eingeladen hatte.

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hs

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Bis zu 600 Leute sind am Samstag in Marburg dem Aufruf eines Bündnisses gegen Rechts gefolgt und haben unter dem Motto "Kein Fußbreit den Faschisten" vor dem Haus einer Burschenschaft demonstriert. Die Veranstaltung verlief friedlich, wie die Polizei berichtete.

Aufgerufen hatten der Deutsche Gewerkschaftsbund mit Unterstützung des Studentenausschusses AStA und des Marburger Studentenparlaments. Hintergrund ist ein Treffen von Personen aus dem rechten Spektrum in einer Villa der Marburger Burschenschaft Germania, das an diesem Wochenende stattfinden soll.

"Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda"

Die Demonstranten liefen von der Stadthalle in Richtung Marktplatz zum Verbindungshaus der Burschenschaft in die Marburger Oberstadt. Dort fand von 12.30 Uhr  bis 15.30 Uhr die Hauptkundgebung statt. Sie skandierten "Rassistisch, sexistisch, ekelhaft - das ist die deutsche Burschenschaft" und "Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda". Einige trugen Transparente und Schilder mit der Aufschrift "Aufstehn gegen NeoNazis" und "Kein Fussbreit den Faschisten".

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Anlass der Demonstration waren umstrittene Gäste der Burschenschaft Germania. Die Burschenschaft hat nach Angaben des AStA Marburg mit Alain de Benoist einen der bedeutendsten Autoren der Neuen Rechten zu einem Vortrag eingeladen. Der 74-jährige Franzose gilt als maßgeblicher Vordenker der Neuen Rechten.

"Faschistisches, sexistisches und rassistisches Gedankengut"

Wie die "Frankfurter Runschau" berichtete, sollen neben de Benoist auch der rechte Autor und Politikwissenschaftler Benedikt Kaiser und Philip Stein, Pressesprecher des Korporationsverbands Deutsche Burschenschaften, sprechen. Stein gilt als ultrarechter Burschenschaftler. Er war zuvor auch schon als Referent zu AfD-Veranstaltungen eingeladen.

In einer Erklärung des AStA Marburg dazu hieß es vorab: "Der Dachverband der Burschenschaft Germania sowie die Marburger Burschenschaft selbst fallen durch faschistoides, sexistisches und rassistisches Gedankengut auf. Im Umfeld der Marburger Universität und darüberhinaus auch in der Stadtöffentlichkeit darf dafür kein Platz sein." Mitgliedern der Burschenschaft Germania werden Kontakte zur rechtsextremen Identitären Bewegung nachgesagt. Außerdem haben mehrere Burschenschaftler Artikel in extrem rechten Zeitschriften veröffentlicht.