Eine Frau hat den Fragebogen auf ihrem Smartphone geöffnet.

Im kommenden Jahr steht ein Mammutprojekt der Statistikämter an: Für den Zensus sollen bundesweit Millionen Menschen zu ihrer Wohnsituation befragt werden. Auch hunderttausende Hessinnen und Hessen wurden dafür zufällig ausgewählt.

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Gibt es genügend Wohnungen? Wo brauchen wir mehr Schulen, Studienplätze oder Altenheime? Und wie hoch sind die Mieten? Diese und andere Fragen soll der Zensus beantworten. Ab dem 15. Mai steht in Deutschland wieder eine große Volkszählung an. In Hessen müssen dazu 830.000 zufällig ausgewählte Menschen Auskunft zu ihrer Lebens-, Arbeits- und Wohnsituation geben, wie das Statistische Landesamt dem hr am Mittwoch mitteilte.

Hinzu kommen rund 1,5 Millionen Hausbesitzer, Vermieterinnen oder sonstige Verwalter von Wohnraum in Hessen. Sie sind laut Landesamt verpflichtet, in einem Online-Fragebogen Angaben zu ihren Wohnungen und Häusern zu machen. Angeschrieben werden die Betroffenen ab dem 15. Mai.

Für das Mammutprojekt sollen deutschlandweit 10,2 Millionen Menschen zufällig befragt werden und 23 Millionen Hausbesitzer und Vermieter Auskunft geben. Auch alle Bewohnerinnen und Bewohner von Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften sollen nach Angaben des Statistischen Bundesamts erfasst werden. Die Teilnahme ist für alle Angeschriebenen Pflicht.

Frankfurt sucht 450 Interviewer

Damit nicht die gesamte Bevölkerung befragt werden muss, greifen die Ämter auch auf bereits vorhandene Daten wie Melderegister zurück. Die zusätzliche Befragung sei aber notwendig, weil die Register oft Karteileichen enthielten, erklärt das Statistische Bundesamt. Außerdem würden weitere Merkmale wie Bildung, Erwerbstätigkeit und Beruf abgefragt, die nicht in den Melderegistern enthalten seien.

Viele Fragen ließen sich online beantworten, nur ein Teil werde in kurzen persönlichen Gesprächen geklärt. Das Ergebnis der Befragungen werde auf die gesamte Bevölkerung hochgerechnet.

Für die Volkszählung sind natürlich auch viele Interviewer notwendig: Die Stadt Frankfurt sucht bereits 450 Freiwillige, die nach einem eintägigen Lehrgang jeweils 150 Befragungen durchführen und die Daten übermitteln sollen. Sie erhalten dafür eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 1.300 Euro.

Wieso gibt es die Volkszählung überhaupt?

Der Zensus ist für die Kreise, Städte und Gemeinden wichtig, weil davon abhängt, wie viele Zuschüsse sie erhalten. Außerdem richtet sich beispielsweise die Einteilung von Wahlkreisen nach der Statistik. Beim letzten Zensus im Jahr 2011 hatte sich herausgestellt, dass in vielen Städten und Gemeinden weniger Menschen lebten als angenommen.

In der europäischen Union findet die Volkszählung normalerweise alle zehn Jahre statt. Eigentlich hätte der Zensus also bereits 2021 erhoben werden sollen. Wegen der Corona-Pandemie wurde er aber um ein Jahr verschoben.

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