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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Nächtliche Ausgangssperre in Offenbach ab Samstag

Corona-Schild Offenbach

Mit einer Inzidenz von weit über 200 führt die Stadt Offenbach die Liste der hessischen Corona-Hotspots an. Als erste Kommune führt sie nun die soeben beschlossenen strengeren Regeln ein.

Nächtliche Ausgangssperre und ein ganztägiges Alkoholverbot im öffentlichen Raum: Die Stadt Offenbach will ab diesem Samstag die vom Land verschärften Regeln für Hotspots umsetzen, wie sie am Mittwoch mitteilte. Sie sollen vorerst bis einschließlich 23. Dezember in Kraft bleiben.

"Wir sehen an vielen Stellen in Deutschland, so auch bei uns in Offenbach, dass die aktuellen Regeln nicht ausreichen, um die Zahlen wieder zu senken", sagte Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD). Er verwies auf die Zahlen der Offenbacher Kliniken, die am 8. Dezember nur noch über vier freie Intensivbetten verfügt hätten. Die meisten Ansteckungen erfolgten derzeit im privaten Umfeld. Deswegen sei eine nächtliche Ausgangssperre sinnvoll, um private Treffen vorübergehend weiter zu reduzieren.

Wer während der Ausgangssperre trotzdem raus darf

Das Verlassen der Wohnung zwischen 21 und 5 Uhr ist demnach nur noch aus folgenden Gründen gestattet:

  • Ausübung beruflicher oder dienstlicher Tätigkeiten, einschließlich der Teilnahme Ehrenamtlicher an Einsätzen von Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdienst
  • Inanspruchnahme medizinischer, therapeutischer und veterinärmedizinischer Versorgungsleistungen
  • Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts, Begleitung und Betreuung von unterstützungsbedürftigen Personen und Minderjährigen
  • Begleitung Sterbender
  • Teilnahme an Gottesdiensten zu besonderen religiösen Anlässen
  • Versorgung von Tieren sowie zu Maßnahmen der Tierseuchenbekämpfung und -prävention

Entsprechende Nachweise wie Dienstausweis oder eine Bescheinigung des Arbeitgebers sollen auf Anraten der Stadt während der Ausgangssperre mit sich geführt werden. Weitere Details zu den Regelungen will die Stadt am Freitag auf ihrer Internetseite veröffentlichen.

Lockerungen erst, wenn Inzidenz dauerhaft unter 200 sinkt

Die Stadt will die Maßnahmen nach den Weihnachtsfeiertagen verlängern, sofern die Inzidenz bis dahin nicht mindestens fünf Tage hintereinander unter 200 gesunken ist. Offenbach weist seit längerem besonders viele Neuinfektionen auf. Am Mittwoch sank die Sieben-Tage-Inzidenz nach Angaben des Robert-Koch-Instituts aber leicht auf 253,3 (Dienstag: 266,3).

Eigentlich sollte die nächtliche Ausgangssperre in Hessens Corona-Hotspots bereits ab Freitag gelten. Doch so kurzfristig sei das Konzept für die Stadt Offenbach nicht umsetzbar gewesen, erläuterte ein Pressesprecher der Stadt dem hr auf Nachfrage.

Offenbach wird nicht die Ausnahme bleiben

Die Landesregierung beschloss am Dienstag eine Ausgangsbeschränkung in Kommunen, wo der Inzidenzwert von wöchentlich 200 neuen Corona-Fällen pro 100.000 Einwohnern mindestens drei Tage hintereinander überschritten wird. Wie Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) in seiner Regierungserklärung im Landtag mitteilte, sind Ausnahmen nur aus wichtigen Gründen erlaubt. Außerdem werde das Trinken von Alkohol im öffentlichen Raum rund um die Uhr untersagt.

Offenbach wird mit den strengeren Regeln keine Ausnahme bleiben. Auch im Main-Kinzig-Kreis und im Kreis Groß-Gerau wurde zuletzt die Inzidenz von 200 dauerhaft überschritten.

Sendung: hr1, 09.12.2020, 18 Uhr