Ein Abi-Plakat vor der Frankfurter Musterschule trägt die Aufschrift "Jungs ich bin stolz auf euch. Auch mit Corona schafft ihr das".

Die Abiturprüfungen werden trotz der Corona-Pandemie fortgesetzt. Darauf haben sich die Kultusminister der Bundesländer geeinigt. Für die Prüfungen in Hessen gelten weiter Sonderregelungen zum Schutz von Schülern und Lehrern.

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hessenschau kompakt von 16:45 Uhr vom 25.03.2020
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Tausende Schüler absolvierten am Mittwoch in Hessen ihre Abiturprüfungen im Fach Mathe. Es sollen nicht die letzten Tests gewesen sein: Die Kultusministerkonferenz (KMK) der Bundesländer entschied in einer Telefonkonferenz der Minister, dass die Abiturprüfungen wie geplant weitergehen sollen.

Nach Einschätzung der Länder ist eine Absage der Prüfungen nach aktuellem Stand nicht notwendig. Insbesondere die schriftlichen Tests sollen zum geplanten Termin abgenommen oder bis Ende des Schuljahres nachgeholt werden. Voraussetzung sei allerdings, dass dies aus Gründen des Infektionsschutzes zulässig sei.

Minister: Ausnahmesituation darf keine Nachteile nach sich ziehen

In Hessen finden die Prüfungen wegen des Coronavirus seit Beginn unter verschärften Hygiene-Bedingungen statt. Wegen der Ansteckungsgefahr werden die Prüfungsgruppen klein und die Abstände zwischen den Abiturienten groß gehalten. Andere Länder hatten eine Verschiebung der Termine bevorzugt, Schleswig-Holstein wollte die Tests ursprünglich sogar absagen.

In dem Beschluss heißt es, Prüfungen sollten auch in geschlossenen Schulen stattfinden, sofern dem nicht Landesregelungen entgegenstünden. Die KMK vereinbarte zudem, sich eng über das weitere Vorgehen abstimmen zu wollen. Auch wurde noch einmal bekräftigt, dass die Länder die erreichten Abschlüsse des laufenden Schuljahres auf Basis gemeinsamer Regelungen gegenseitig anerkennen wollen. Schülern sollen laut dem Beschluss keine Nachteile aus der jetzigen Ausnahmesituation entstehen. Sie sollen noch im laufenden Schuljahr ihre jeweiligen Abschlüsse erwerben können.

"Ich freue mich, dass wir uns in einer so schwierigen Situation innerhalb der Ländergemeinschaft auf einen gemeinsamen Beschluss geeinigt haben", sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). Für die Schüler sei es besonders wichtig, jetzt Planungssicherheit zu haben. Gleichzeitig stehe ihre Gesundheit aber an erster Stelle.

Gewerkschaft kritisiert Abi-Pläne

Das hessische Kultusministerium hatte stets für ein Festhalten an den Zeitplänen geworben. Das brachte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) neben Zustimmung auch Kritik ein.

So forderte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) das Ministerium dazu auf, die Abiprüfungen auszusetzen. Landesschulsprecherin Lou-Marleen Appuhn zeigte Verständnis für ein solches Anliegen, verwies aber auch auf die enge Zeitplanung für Abiturienten.

Schüler können sich ohne Attest befreien lassen

Laut Kultusministerium laufen die Prüfungen weitgehend regulär ab, auch wenn etwas mehr Schüler ihre Prüfungen nicht angetreten hätten. Am Montag etwa seien 14.500 Prüflinge angemeldet gewesen. Davon hätten drei Prozent nicht teilgenommen, im Vorjahr war es ein Prozent.

Prüflinge, die sich krank fühlen, können sich in diesem Jahr wegen des Coronavirus ausnahmsweise ohne ärztliches Attest von den Prüfungen befreien lassen. Für die meisten anderen heißt es am Donnerstag: Hefte raus, Französischtest. Bonne chance!

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 25.3.2020, 16.45 Uhr