Aktivisten bei Blockadeaktion vor Rüstungskonzern in Kassel
Aktivisten bei Blockadeaktion in Kassel Bild © BlockWar

Friedensaktivisten haben am Freitagmorgen in Kassel Zufahrten zu Rüstungskonzernen blockiert. Auch im Tagesverlauf kam es zu weiteren Protesten.

Aktivisten haben in Kassel anlässlich des Weltfriedenstags mit Sitzblockaden gegen zwei Rüstungskonzerne demonstriert. Die Polizei bestätigte hessenschau.de, dass es am frühen Freitagmorgen zwei Blockadeaktionen gegeben habe. Rund 55 Rüstungsgegner hätten friedlich protestiert und kurzfristig die Zufahrten blockiert.

Rheinmetall und MAN im Visier

Ein Sprecher des Aktionsbündnisses "Block War" nannte hessenschau.de rund 70 Aktivisten, die zwischen 5 und 8 Uhr an zwei Sitzblockaden beteiligt gewesen seien und die Zufahrt zu der Kasseler Panzerfabrik des Rüstungskonzerns Rheinmetall Landsysteme und MAN Military Vehicles im Industriepark Mittelfeld blockiert hätten.

Auch die hessische Bundestagsabgeordnete und verteidigungspolitische Sprecherin der Linkspartei, Christine Buchholz, beteiligte sich an den Aktionen.

Blockade von Rheinmetall in Kassel geht weiter bis 8 Uhr. Es kommen hier keine Fahrzeuge rein. #BlockWar #rheinmetallentwaffnen #warstartshere #Kasselentrüsten

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"Unzählige Menschen durch Kasseler Waffen ermordet"

Die Aktivisten riefen unter anderem "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr weiter Waffen baut" und zeigten Transparente mit der Aufschrift "Rheinmetall entwaffnen". Mit ihrer Blockade wollten die Rüstungskritiker Produktion und Logistik stören. Die Rheinmetall-Beschäftigten konnten das Werksgelände jedoch verlassen und betreten. "Unser Protest richtet sich nicht gegen die Mitarbeiter", erklärte der Sprecher.

Laut Polizei zogen 50 Teilnehmer von "Block War" durch die Stadt. Dabei hätten Einsatzkräfte einem Aktivisten eine Foto-Speicherkarte abgenommen, weil er unrechtmäßig Porträts von Beamten gemacht haben soll. Ermittler prüfen außerdem einen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz. Eine Demo sei nicht angemeldet gewesen und die Aktion sei offenbar nicht spontan gewesen, sagte ein Sprecher.

Aktivisten beklagen "wachsende Akzeptanz von Rüstungsexporten"

"Block War" kritisiert eine "immer größer werdende Akzeptanz der Regierungen" in Bezug auf Rüstungsproduktionen und Exporte". Zudem seien "durch Kasseler Waffen bereits unzählige Menschen auf der ganzen Welt ermordet, verstümmelt und eingeschüchtert worden", hieß es in einer Mitteilung des Aktionsbündnisses.

Zu weiteren, kleineren Protestaktionen kam es auch im Laufe des Tages. Auf dem zentralen Opernplatz versammelte sich am Mittag ein knappes Dutzend Demonstranten zu einer Kundgebung. Am Nachmittag zogen sie zu einem weiteren Unternehmen in der Wilhelmshöher Allee weiter. Auch dort machten sie laut Polizei auf ihr Anliegen aufmerksam. Die Aktionen blieben friedlich.