Ein Pfeil zum Impfzentrum

Seit Dienstag sind alle hessischen Impfzentren geöffnet. Wer dort den Pieks bekommt, wie viele Impfdosen zur Verfügung stehen und wie das abläuft: Antworten auf drängende Fragen.

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Rund 165.000 Menschen sind bisher in Hessen geimpft - bislang vor allem von mobilen Teams, die in Pflegeheime unterwegs waren. Nur sechs regionale Impfzentren waren geöffnet. Am Dienstag nehmen nun die restlichen 22 Impfzentren ihren Betrieb auf. Damit beginnt in Hessen die dritte Impf-Phase. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten dazu.

Wer ist gerade mit dem Impfen dran?

Geimpft werden nach wie vor Menschen in der höchsten Priorisierungsgruppe, also überwiegend Männer und Frauen über 80 Jahre. Außerdem Pfleger in stationären Einrichtungen und ambulanten Pflegediensten sowie Mitarbeiter in medizinischen Einrichtungen wie Intensivstationen, Notaufnahmen, Impfzentren und beim Rettungsdienst. Von diesen Gruppen sind aktuell noch rund 400.000 Menschen nicht geimpft.

Wie ist der aktuelle Stand der Impfungen?

Bis zu diesem Dienstag haben in Hessen 165.000 Menschen die Erst- und mehr als 65.000 Personen die Zweitimpfung erhalten. Auch wenn der Start der Impfzentren in Hessen ein langsamer sei, "geben uns die Zusagen der Impfstoffhersteller die Zuversicht, dass wir in den nächsten Monaten deutlich schneller mehr Menschen mit den schützenden Dosen vor dem Coronavirus versorgen können. Der Anfang ist gemacht", erklärte Innenminister Peter Beuth (CDU) am Dienstag.

Wie viele Impfdosen stehen derzeit zur Verfügung?

Eigentlich sind die 28 hessischen Impfzentren für 1.000 Impfungen pro Tag konzipiert. Von dieser Auslastung sind sie aber noch weit entfernt: Der hr hat bei den Kreisen und kreisfreien Städten nachgefragt, wie viele Impfdosen ihnen in der ersten Woche zur Verfügung stehen. Frankfurt rechnet mit 5.509 Einheiten (für Erst- und Zweitimpfung), Kassel mit 3.744, der Main-Kinzig-Kreis mit 1.200. Dem Kreis Bergstraße stehen nach eigenen Angaben zunächst 792 Dosen zur Verfügung, dem Kreis Limburg-Weilburg 500, der Wetterau 488, dem Kreis Darmstadt-Dieburg 438. Vergleichsweise wenige Impfdosen pro Woche melden die Kreise Lahn-Dill (300 bis 500), Hersfeld-Rotenburg (350) und Odenwald (280).

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) rechnet damit, dass es "ab Ende März, vielleicht auch schon Mitte März" mit dem Impfstofflieferungen deutlich voran geht: Von Biontech sollten diese Woche 58.500 Dosen kommen und bis 23. Februar noch einmal 140.000. Zusätzlich habe der Hersteller Moderna für Mitte Februar 14.400 Dosen angekündigt. Die Firma Astra Zeneca wolle bis 17. Februar 115.000 Dosen liefern.

Wie funktioniert die Terminvergabe?

In Hessen können sich Impfwillige entweder per Telefon über die Telefonnummer des Ärztlichen Bereitschaftsdiensts 116 117 anmelden oder online unter impfterminservice.de/impftermine. Am 3. Februar begann die zweite Runde der Terminvergabe, wobei es keine Begrenzung der Termine mehr gibt. In jener zweiten Runde meldeten sich, Stand Montag (8. Februar), 172.000 Impfberechtigte für Termine in den Impfzentren an. Dazu kommen 50.000 Menschen über 80 Jahren, die sich für eine Impfung zuhause angemeldet haben. Auch in der zweiten Terminvergaberunde gab es am Anfang technische Probleme und lange Wartezeiten.

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Wie ist die wichtige zweite Impfung geregelt?

Den zweiten Pieks bekommen Geimpfte etwa drei Wochen nach dem ersten. Damit für die Zweitimpfung auf jeden Fall genug Impfstoff zur Verfügung steht, lautet in Hessen die Strategie: Jede Impfstofflieferung wird halbiert. Termine für die Zweitimpfung werden bei der Anmeldung gleich mitvereinbart.

Was ist mit Menschen, die es nicht allein zum Impfzentrum schaffen?

Die Impfzentren schicken mobile Teams los, um Bewohner von Pflegeheimen zu impfen. Der Hochtaunuskreis zum Beispiel teilte auf Anfrage mit: "Sobald die Alten- und Pflegeheime durchgeimpft sind, ist geplant, dass die mobilen Impfteams auch zu Menschen nach Hause kommen, die aufgrund einer Krankheit nicht mobil sind."

Auch der Kreis Bergstraße plant nach eigenen Angaben Impftermine für Menschen über 80, die nicht den Weg in ein Impfzentrum antreten können. Im Kreis Fulda sollen Impflotsen beim Transport ins Impfzentrum und bei Fragen rund um die Terminvereinbarung helfen. In manchen Gemeinden haben sich auch Privatpersonen zusammengetan, um zu helfen: etwa die Nachbarschaftshilfe Rheingau, die zum Beispiel einspringt, wenn keine Angehörigen in der Nähe sind oder das Geld für ein Taxi fehlt.

Das Land hat angekündigt, die Kosten für die Fahrt zum Impfzentrum für solche Menschen zu übernehmen, die nicht mehr selbst mobil sind, nicht von Angehörigen oder Freunden gebracht werden können und deren Krankenkasse eine Fahrt nicht bezahlt.

Was ändert sich durch den Einsatz des Astra-Zeneca-Impfstoffs?

Für diesen Wirkstoff liegen keine Daten darüber vor, wie wirksam er bei Älteren ist. Deshalb bekommen ihn vorerst nur Menschen zwischen 18 und 64 Jahren. Aus diesem Grund wurden die Impfverordnung und die Impfreihenfolge geändert: Demnach sollen Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen sowie von Intensiv- und Coronastationen in dieser Altersgruppe vorrangig mit dem Astra-Zeneca-Stoff geimpft werden, die älteren mit den Impfstoffen von Biontech Pfizer und Moderna.

Wer kommt in der nächsten Priorisierungsgruppe dran?

Nach den Über-80-Jährigen kommen überwiegend Menschen, die älter als 70 Jahre sind, an die Reihe. Außerdem zählen zur zweiten Gruppe enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Senioren und Menschen mit bestimmten Behinderungen oder Vorerkrankungen. Wann es für sie losgeht, ist unklar: Das hängt laut Bundesgesundheitsministerium davon ab, wie viel Impfstoff zur Verfügung steht.

Weitere Informationen

Nun geöffnet: die 28 hessischen Impfzentren

  • Bergstraße: Büro & Geschäftshaus, Berliner Ring 89, 64625 Bensheim
  • Darmstadt: Wissenschafts- und Kongresszentrum, Schlossgraben 1, 64283 Darmstadt
  • Darmstadt-Dieburg: Impfzentrum DADI Ost, Am Sportzentrum 1A, 64354 Reinheim und Impfzentrum DADI West, Ostendstraße 3, 64319 Pfungstadt
  • Frankfurt: Messehalle, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60326 Frankfurt am Main
  • Fulda: Kongress- und Kulturzentrum, Esperantoplatz 1, 36037 Fulda
  • Gießen: Rollermarkt, 1. OG, Ludwig-Rinn-Straße 49, 35452 Heuchelheim
  • Groß-Gerau: Sporthalle Martin-Buber-Schule, Wilhelm-Seipp-Straße 1, 64521 Groß-Gerau
  • Hersfeld-Rotenburg: Göbel Hotels Arena, Heinz-Meise-Straße 190, 36199 Rotenburg an der Fulda
  • Hochtaunus: DXC Technology Deutschland, Am grünen Weg 1, 61352 Bad Homburg
  • Kassel (Kreis): Impfzentrum LK Kassel, Flugplatz 38, 34379 Calden
  • Kassel (Stadt): Großsporthalle Auepark, Damaschkestraße 25, 34121 Kassel
  • Lahn-Dill: Lahnauhalle, Geraberger Platz 2, 35633 Lahnau
  • Limburg-Weilburg: Impfzentrum Limburg-Weilburg, Senefelderstraße 2, 65553 Limburg-Dietkirchen
  • Main-Kinzig: Neue Sporthalle, Am Hallenbad, 63571 Gelnhausen und August-Schärttner-Halle, Martin-Luther-King-Straße, 63452 Hanau
  • Main-Taunus: Verwaltungszentrum am Regionalparkturm, Mainzer Landstraße 500, 65795 Hattersheim
  • Marburg-Biedenkopf: Messegelände Afföller, Afföllerstraße 106, 35039 Marburg
  • Odenwald: Impfzentrum Odenwaldkreis, Obere Marktstraße / Wiesenmarktgelände, 64711 Erbach
  • Offenbach (Kreis): Campus Heusenstamm Rhein-Main, Jahnstraße 64, 63150 Heusenstamm
  • Offenbach (Stadt): Stadthalle, Waldstraße 312, 63071 Offenbach am Main
  • Rheingau-Taunus: Sporthallen am Wiesweg, Wiesweg 7, 65343 Eltville
  • Schwalm-Eder: Bersucherparkplatz der Georg-Friedrich-Kaserne, Berliner Straße, 34560 Fritzlar
  • Vogelsberg: Hessenhalle Alsfeld, An der Hessenhalle 1, 36304 Alsfeld
  • Waldeck-Frankenberg: Großsporthalle "Auf der Hauer", Karpatenstraße 20, 34497 Korbach
  • Werra-Meißner: Großsporthallen der beruflichen Schulen sowie des Oberstufengymnasiums, Südring 37, 37269 Eschwege
  • Wetterau: Gewerbehalle, Industriestraße 46, 63654 Büdingen
  • Wiesbaden: Rhein Main Congress Center, Friedrich-Ebert-Allee 1, 65185 Wiesbaden
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Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 09.02.2021, 19.30 Uhr