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NVV streicht "Schwarzfahren" aus dem Sprachgebrauch

Der Nordhessische Verkehrsverbund will diskriminierungsfrei kommunizieren. Deshalb entfernt er gerade alle Plakate und Aufkleber mit dem Begriff "Schwarzfahren".

Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) will künftig den Begriff "Schwarzfahren" nicht mehr verwenden. "Die gesellschaftliche Debatte um als diskriminierend empfundene Begriffe wie 'Schwarzfahren' zeigt, dass es wichtig ist, Sprache achtsam einzusetzen", teilte das Unternehmen mit. Dazu wolle der NVV jetzt beitragen.

Aktuell würden entsprechende Informationsmedien wie Plakate und Aufkleber in den Fahrzeugen ausgetauscht. Zuvor hatte die "HNA" berichtet. Demnach lautet die NVV-Sprachregelung nun "Fahren ohne Fahrkarte" und "Fahren ohne gültige Fahrkarte".

Bereits in mehreren Städten gestrichen

In den vergangenen Jahren hatten bereits in mehreren deutschen Großstädten die dort ansässigen Nahverkehrsunternehmen den Begriff aus dem offiziellen Sprachgebrauch entfernt. In München und Nürnberg erfolgte dies bereits vor mehreren Jahren, ohne dass dies größer bekannt gemacht wurde. Berlin zog im Sommer 2021 nach.

Kritiker solcher Maßnahmen verweisen darauf, dass der Begriff "Schwarzfahren" etymologisch in keinem Zusammenhang mit schwarzer Hautfarbe steht. Obwohl die Wortherkunft nicht zweifelsfrei geklärt ist, gilt eine Ableitung vom rotwelschen "schwärzen" für schmuggeln als wahrscheinlich.

Die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland verweist hingegen darauf, dass der Begriff unabhängig von seiner Herkunft heute eine rassistische Konnotation habe, durch die Assoziation von schwarzen Menschen mit Illegalität und Betrug.

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