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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Mutmaßliches Bekennerschreiben zu Mountainbike-Drahtfallen

Ein Mountainbiker unterwegs im Wald.

Nach dem Fund von Drahtfallen an einer Mountainbike-Strecke bei Biebertal ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Die Absender geben an, Umweltaktivisten zu sein. Die Polizei zweifelt an der Echtheit.

"Verpisst euch aus dem Wald oder es wird Opfer geben!", so steht es in einer schriftlichen Nachricht, die von einer angeblichen Aktivistengruppe "für einen Mountainbike freien Dünsberg" unterzeichnet wurde. Die bislang unbekannte Initiative erklärt darin, Mitte Januar auf einer Mountainbike-Strecke auf dem Dünsberg bei Biebertal (Gießen) Drahtfallen gespannt zu haben, um dort den Lebensraum von Tieren zu schützen.

In dem Schreiben, das dem hr vorliegt, ist die Rede von "rücksichtslosen Rüpel-Radlern" und "dekadenten Umweltschweinen", die aus dem Wald vertrieben werden sollen. In Zukunft werde man auch schwere Verletzungen von Bikern in Kauf nehmen. Laut Bekennerschreiben handle man in Solidarität mit den Gruppen Extinction Rebellion, Fridays For Future, PETA und der AntiFa Gießen. Zuerst hatte der Gießener Anzeiger darüber berichtet.

Polizei prüft Schreiben auf Echtheit

Radfahrer und der Wirt eines Ausfluglokals hatten die Drähte auf Bike-Trails am 500 Meter hohen Dünsberg entdeckt. Insgesamt waren es vier Drahtfallen, die quer gespannt waren. Verletzt wurde niemand.

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Die Polizei, die wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und versuchter Tötung ermittelt, überprüft derzeit das Schreiben auf seine Glaubwürdigkeit. Nach den ersten Ermittlungen spreche einiges dafür, dass es nicht echt sei und es möglicherweise von Trittbrettfahrern stamme, sagte ein Sprecher am Donnerstag in Gießen. Die E-Mail-Adresse und die angegebene Telefonnummer seien definitiv falsch, wie die Ermittler mitteilten.

Bürgermeisterin sprachlos

Biebertals Bürgermeisterin Patricia Ortmann (parteilos) rief derweil die Täter auf, mit ihr in Kontakt zu treten, damit man über die Sache reden könnte. Über das Vorgehen sei sie sprachlos und sauer, sagte sie dem hr.

Von den im Schreiben erwähnten Unterstützergruppen bestritt Extinction Rebellion auf Anfrage jegliche Verbindung zu den angeblichen Aktivisten. Man habe nichts mit den Drahtfallen zu tun und distanziere sich davon. Zudem befürworte man generell das Radfahren, sagte ein Sprecher des Ortsvereins Gießen.

Ähnlich äußerte sich PETA. Fridays for Future Gießen distanzierte sich ebenfalls am Donnerstag "von jeglicher Gewalt, die im Namen der Umweltbewegung geschieht". Man stehe für absolute Gewaltlosigkeit.

Sendung: hr1, 30.01.2020 10.00 Uhr