Hände halten einen "Apfelwein-Bembel" und gießen eine hellgelbe Flüssigkeit in viele Gläser.

Hessens Nationalgetränk ist Kulturerbe. Der Apfelwein und sein Handwerk stehen jetzt in der Liste des Immateriellen Kulturerbes in Deutschland. Gewürdigt wird nicht nur das Stöffche selbst.

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Apfelwein wird immaterielles Kulturerbe

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Die Apfelweinkultur ist in die Liste des Immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen worden. Beschlossen haben dies die Kulturministerkonferenz und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Die handwerkliche Apfelweinkultur verbinde Fertigkeiten um die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen mit Wissen und Können der Apfelweinherstellung und den dazugehörigen Bräuchen, teilte die Unesco am Mittwoch mit. Betrieben werde sie häufig von Familien, Vereinen und Keltergemeinschaften, die ihr eigenes Obst anbauten und kelterten.

Traditionell werde das Wissen und Können über Generationen hinweg weitergegeben. Straußwirtschaften und Kleinkeltereien hätten zudem ihre eigenen geschmacklichen Traditionen und Aromen entwickelt. Verbreitet sei die Apfelweinkultur neben Hessen und Rheinland-Pfalz auch in Baden-Württemberg, Bayern und darüber hinaus.

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Alles über Apfelwein

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Brieftaubenwesen und Steinsetzer-Handwerk

Das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes umfasst jetzt 131 Einträge. Es bilde die unterschiedlichen Facetten kultureller Ausdrucksformen ab, sagte die Vorsitzende der Kulturministerkonferenz, Nordrhein-Westfalens Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos).

Mit der Apfelweinkultur kamen laut Deutscher Unesco-Kommission noch vier weitere Einträge hinzu: der Willibaldsritt in Jesenwang, das Brieftaubenwesen und die Trakehner Zucht. Zudem wurde das Pflasterer- und Steinsetzer-Handwerk als Modellprogramm für den Erhalt Immateriellen Kulturerbes gewürdigt.

Zum immateriellen Kulturerbe der Unesco zählen lebendige Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken. Deutschland gehört dem seit 2003 existierenden Unesco-Vertrag seit 2013 an. Das nationale Register würdigt kreative, inklusive und innovative Kulturformen, die von der Zivilgesellschaft beim Expertenkomitee vorgeschlagen werden.

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Äbbelwoi ist immaterielles Kulturerbe

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