die ratgeber-Schalte: Anti-Körperschnelltest

Seit Montag haben alle Anspruch auf einen kostenlosen Corona-Schnelltest pro Woche. Noch klappt das noch nicht überall - vor allem Apotheken kämpfen noch mit einigen Problemen.

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Es ist gerade mal ein paar Tage her, da verkündeten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten nach ihrem Gipfel, dass alle Bundesbürger von diesem Montag an sich einmal pro Woche auf das Coronavirus testen lassen dürfen - auf Kosten des Staats. In Arztpraxen, Apotheken und Testzentren sollen die Bügerinnen und Bürger die Möglichkeit dazu haben. Tatsächlich ist wohl schon einiges in Bewegung geraten.

Verordnung aus Berlin kam am Montag an

"Gemessen an der kurzen Zeitspanne ist Hessen hier sehr schnell unterwegs", sagt Karl Roth, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen. Am späten Montagvormittag sei die entsprechende Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums eingetroffen. Damit könnten die niedergelassenen Ärzte Antigen-Schnelltests durchführen, sofern sie das wollten, und - nicht ganz unwichtig - diese Leistung mit der KV abrechnen. "Patienten sollen aber bitte unbedingt vorher in der Praxis nachfragen, ob dort überhaupt Tests durchgeführt werden", betont Roth.

Doch gerade bei den Apotheken dürfte das erwünschte große Schnelltesten noch auf sich warten lassen. Zwar stellt der KV-Sprecher in Aussicht, dass sich die Apotheker noch ab Montagnachmittag bei der Kassenärztlichen Vereinigung registrieren lassen und damit Test und Testung abrechnen können.

Gesundheitsminister bittet um Geduld

Doch Katja Förster vom Hessischen Apothekerverband (HAV) sieht da noch einige Hindernisse: Apotheken bräuchten erst einmal abgetrennte Räume für die Corona-Tests, dafür geschultes Personal und "eine notwendige Ermächtigung durch das zuständige Gesundheitsamt, und da handeln viele Kreise und kreisfreie Städte zurückhaltend". Außerdem wollten viele Apothekenmitarbeiter niemanden auf Corona testen, solange sie selbst nicht dagegen geimpft seien.

Die Kreise und Kommunen warteten ihrerseits auf eine Anweisung des Sozialministeriums des Landes, sagt die HAV-Sprecherin. Minister Kai Klose (Grüne) bat am Freitag schon mal um Geduld, dass sich die angeordneten Tests verzögern könnten.

Am Montag sagt dann ein Ministeriumssprecher: "Die Aussage des Bundes, dass ab Montag jeder Bürger Anspruch auf einen wöchentlichen Gratis-Schnelltest auf Sars-CoV-2 hat, bezieht sich auf die grundsätzliche Abrechnungsmöglichkeit dieser Tests." Also nicht darauf, dass sie tatsächlich auch an allen vorgesehen Stellen schon angeboten werden. Nicht geklärt sei weiterhin, wie überprüft werden soll, wer seinen kostenlosen Test bereits hat machen lassen.

Vogelsbergkreis erkärt sich für handlungsunfähig

Der Vogelsbergkreis erklärt sich derweil schon mal für handlungsunfähig. Ein Sprecher sagte am Montag, der Kreis könne für sein Testzentrum derzeit keine Kits kaufen, weil es noch keine Verordnung des Landes gebe: "Bisher ist nur eine Ankündigung erfolgt, und das reicht einfach nicht."

Es ruckelt also noch etwas, aber das ist aus Sicht der Apotheker nicht die größte Sorge, wie Verbandssprecherin Förster sagt: "Die Leute müssen beachten, dass ein negatives Testergebnis kein Freifahrtsschein ist, sondern nur eine Momentaufnahme. Sie dürfen dann nicht die AHA-Regeln missachten."

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 10.03.2021, 16.45 Uhr