Europäische Sumpfschildkröte

Eine einzige Schildkrötenart ist heimisch in Hessen. Der Mensch macht ihr das Überleben jedoch schwer. Das Umweltministerium will daher 1.000 Tiere auswildern - die Hälfte ist nun geschafft.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Sumpfschildkröten bei Glauburg-Stockheim ausgewildert

Europäische Sumpfschildkröte
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Mit der Auswilderung von zwölf Europäischen Sumpfschildkröten bei Glauburg-Stockheim (Wetterau) hat das Schutzprogramm des Landes zur Rettung der vom Aussterben bedrohten Art sein Halbzeitziel erreicht. Seit 2002 wurden an zwölf Standorten Jungtiere in der Natur ausgesetzt, wie das Umweltministerium am Samstag mitteilte. Am Freitag waren die Schildkröten 489 bis 500 in den Nidderauen bei Stockheim an der Reihe. Das Ziel ist, bis zum Jahr 2028 insgesamt 1.000 Tiere in Hessen anzusiedeln.

Die Europäische Sumpfschildkröte ist nach Angaben des Ministeriums die einzige in Hessen heimische Art der putzigen Panzerträger. Wie etliche andere Tiere braucht sie unter anderem wilde Bäche, um artgerecht zu leben. In entsprechenden Naturschutzgebieten wildert das Ministerium die Tiere aus, die zuvor zwei bis vier Jahre lang im Zoo Frankfurt und im Opel-Zoo in Kronberg (Hochtaunus) heranwachsen.

22 Millionen Euro für biologische Vielfalt

Seit Beginn des hessischen Artenschutzprogramms Europäische Sumpfschildkröte im Jahr 1999 habe sich der Bestand gefestigt und in manchen Gegenden leicht erhöht, meldete das Umweltministerium. Insgesamt investiere das Land allein im laufenden Jahr rund 22 Millionen Euro, um den voranschreitenden Verlust der biologischen Vielfalt möglichst aufzuhalten.

An diesen Standorten wilderte das Land bereits Sumpfschildkröten aus:

  • Untere Gersprenzaue im Naturschutzgebiet Reinheimer Teich (Darmstadt-Dieburg)
  • Naturschutzgebiet Hölle von Rockenberg (Wetterau)
  • Naturschutzgebiet Nachtweid von Dauernheim (Wetterau)
  • Naturschutzgebiet Nidderauen bei Stockheim (Wetterau)
  • Nidda-Knie mit renaturierter Nidda bei Bad Vilbel (Wetterau)
  • Obere und mittlere Fuldaaue und Naturschutzgebiet Breitecke (Vogelsberg, Fulda, Hersfeld-Rotenburg)
  • Naturschutzgebiet Alte Fulda bei Blankenheim (Hersfeld-Rotenburg)
  • Mehrere Standorte im Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue (Groß-Gerau)
  • Naturschutzgebiet Lampertheimer Altrhein (Bergstraße)

Das Umweltministerium will in diesem Jahr weitere Sumpfschildkröten im Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue und an der Fulda bei Schlitz (Vogelsberg) auswildern.

Sendung: hr4 für Mittelhessen, 22.05.2020, 6.30 Uhr