Kinder der Maintaler Kita am Feuer.
Kinder der Maintaler Kita am Feuer. Bild © Familienzentrum Ludwig-Uhland-Straße Maintal/ Deutscher Kita-Preis

Das Maintaler Familienzentrum Ludwig-Uhland-Straße ist die beste Kita Deutschlands. Beim Deutschen Kita-Preis belegte die Einrichtung den ersten Platz. Die Konkurrenz war riesig.

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Preisträger Kita des Jahres

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Stolze Eltern, stolze Kita-Leiterin, glückliche Kinder

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Kinder spielen, quatschen und basteln: Auf den ersten Blick wirkt das Maintaler Familienzentrum Ludwig-Uhland-Straße wie eine ganz normale Kita. Doch davon kann nun wirklich keine Rede sein. Die Kita in Maintal (Main-Kinzig) ist Deutschlands beste Kinderbetreuungseinrichtung. Am Mittwochabend belegte die Einrichtung den ersten Platz beim Deutschen Kita-Preis. Sie bekam ein Preisgeld von 25.000 Euro.

"Ich bin immer noch aufgeregt", sagte Kita-Leiterin Gabriele Steltner-Merz am Tag nach der Preisverleihung. "Das mich wirklich umgehauen. Das war ganz großartig, das ist fast nicht zu toppen." Auf der Bühne in Berlin hatte sie vor lauter Rührung mit den Tränen gekämpft.

Das Familienzentrum konnte sich gegen mehr als 1.400 Mitbewerber durchsetzen. Das Besondere der Maintaler Kita: Die Kinder sind Gruppen zugeordnet, aber es gibt kein fertiges Programm, wie Leiterin Steltner-Merz dem hr erklärte. Stattdessen arbeiten die Kleinen an individuellen Projekten - zusammen mit Tanz- und Musikpädagogen, einer Wildnis-Pädagogin oder einer Psychologin. Die Kinder sollen dadurch ermuntert werden, ihre eigenen Stärken und Interessen zu finden.

Die Jury lobte die "vielfältigen Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Eltern" im Maintaler Familienzentrum. Besonders beeindruckend sei ein Projekt der Kita, in dem geflüchtete Kinder ihre Erfahrungen gemeinsam mit Psychologen und Erziehern bewältigten.

Bildungsreisen nach Italien oder England

Die Mitarbeiter unternehmen zudem nach Angaben der Kitaleitung regelmäßig Bildungsreisen ins Ausland, um zu sehen wie dort mit Kindern gearbeitet wird - größtenteils auf eigene Kosten. Das würdigte die Jury.

Das Kita-Team orientiert sich zum Beispiel am neuseeländischen Prinzip der Bildungs- und Lerngeschichten. Zudem arbeiten die Mitarbeiter mit Einflüssen aus Italien oder England. "Es war für uns immer auch eine Lust zu lernen, um es noch besser zu machen", sagte eine Kita-Mitarbeiterin.

Preisgelder in Höhe von 130.000 Euro

Der Deutsche Kita-Preis ist eine Initiative des Bundes-Familienministeriums und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Es ist die erste Ausgabe des Wettbewerbs. Insgesamt ist der Deutsche Kita-Preis mit 130.000 Euro dotiert. Neben dem Familienzentrum wurden unter anderem auch Kitas in Berlin, Wedel in Schleswig-Holstein sowie Hamm und Bergneustadt in Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Ziel ist es, das Engagement für gute Qualität in Kitas sichtbar zu machen.

Überreicht wurden die Preise in Berlin von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) und der Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Elke Büdenbender. Sie ist Schirmherrin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung.

Sendung: hr-iNFO, 02.05.2018, 21.00 Uhr