CSD-Teilnehmer am Frankfurter Römerberg

50.000 Menschen beim schrillen Partyzug durch die Stadt - das ist zurzeit nicht drin. Der Christopher Street Day (CSD) in Frankfurt fiel wegen Corona deutlich kleiner aus. Die Organisatoren sind dennoch zufrieden.

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Ein Autokorso mit rund 50 Wagen und einige hundert Teilnehmer bei einer Kundgebung auf dem Römerberg statt wie im Vorjahr 50.000 Menschen entlang des Partyzugs durch die Stadt: Der CSD in Franfurt war in diesem Jahr aufgrund der Corona-Krise einige Nummern kleiner. Aber er war Veranstaltern und Teilnehmern nicht weniger wichtig.

"Das Konzept ist eins a aufgegangen", zog Joachim Letschert, Sprecher des Vereins CSD Frankfurt, am Samstag Bilanz: "Wir sind rundum zufrieden." Es habe einen "sehr würdigen Zug" durch die Innenstadt gegeben, so Letschert. Zu größeren Verkehrsbehinderungen kam es laut Polizei nicht.

Sichtbar sein

Corona hatte die Veranstalter zum Umplanen gezwungen. Die normalerweise bunte und laute Parade durch die Stadt wurde abgesagt, viele Aktionen ins Netz verlagert.

Auf die öffentliche Sichtbarkeit der Anliegen von Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Transsexuellen und anderen Zugehörigen der queeren Community wollte der Verein CSD Frankfurt aber nicht verzichten. Also organisierte er einen Autokorso und eine Kundgebung auf dem Römerberg.

Regenbogenflagge am Römer

An dem Autokorso nahmen an die 50 Fahrzeuge teil. Zur Kundgebung auf dem Römerberg kamen laut Veranstalter rund 300 Menschen.

Traditionell wurde dabei die Regenbogenflagge vom Römer-Balkon gehisst. Zudem gab es eine Schweigeminute für Aids-Opfer, bei der rund 100 Luftballons in den Himmel stiegen. Probleme, die Abstandsregeln einzuhalten, habe es keine gegeben, sagte Letschert.

Neben den Aktionen in der Frankfurter Innenstadt werden über das gesamte Wochenende Videos mit Künstlern, Szenewirten, Vereinen und Freunden des Frankfurter CSD im Netz gezeigt. Wegen der Corona-Krise hatten hessenweit die meist ehrenamtlichen CSD-Organisationsteams die geplanten Paraden abgesagt und großteils ins Internet verlagert.

Diese CSD-Alternativen kommen noch:

  • Darmstadt, 15. August: Laut dem Veranstalter des CSD in Darmstadt ist ein Alternativkonzept in Planung
  • Kassel, 29. August: Kleine CSD-Aktionen in der Stadt und digital
  • Mittelhessen, Oktober: Online-CSD in Planung

Bereits am Freitag veranstalteten lesbische Frauen beim "Dyke March" in Frankfurt ihre eigene politische Demo. Frauen sind immer noch häufiger Zielscheibe von Anfeindungen, und lesbische Frauen erst recht. "Wir haben noch einen weiten Weg vor uns" sagen sie.

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Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 18.07.2020, 19.30 Uhr