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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Feldmanns Frau bietet Rückzahlung an

Bildkombo AWO-Zentrale Frankfurt, Ehepaar Feldmann

Die Ehefrau von Frankfurts Oberbürgermeister Feldmann hat als Leiterin einer Kita von der Frankfurter AWO mehr verdient als üblich. Den genauen Betrag hat sie sich jetzt ausrechnen lassen - um ihn zurückzuzahlen, wie es heißt.

Die Frau von Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), Zübeyde Feldmann, hat nach Angaben der Arbeiterwohlfahrt (AWO) angeboten, zuviel kassierte Gehälter zurückzuzahlen und hat sich den Betrag ausrechnen lassen. Die Summe sei Frau Feldmann übermittelt werden, teilte der Frankfurter AWO-Kreisverband am Freitag mit.

AWO: "Freiwillige Rückzahlung"

Demnach geht es um den Differenzbetrag zur Eingruppierung in die Gehaltsstufe drei. Es handele sich um einen "knapp vierstelligen" Betrag, wie ein AWO-Sprecher sagte. Ob er sich damit auf einen monatlichen Differenzbetrag bezog oder eine Gesamtsumme, wollte er nicht erläutern - aus Datenschutzgründen.

Die AWO betonte, es handele sich um eine freiwillige Rückzahlung. "Es gibt keine Forderung seitens des Verbandes gegenüber einzelnen Beschäftigten", sagte der Sprecher. Vielmehr habe Frau Feldmann auf Äußerungen des Bundesverbandes nach einer ersten Prüfung der Gehaltsstrukturen beim Frankfurter Kreisverband reagiert.

Der Bundesverband hatte die Zustände bei den Kreisverbänden Frankfurt und Wiesbaden scharf kritisiert und Konsequenzen gefordert. Dort waren nicht nur Traumgehälter gezahlt worden, einige Mitarbeiter waren auch mit Luxus-Dienstwagen ausgestattet worden. AWO-Bundeschef Wolfgang Stadler sprach von "unerträglichen Zuständen".

In kurzer Zeit in die höchste Gehaltsstufe

Zübeyde Feldmann war von Oktober 2015 an als Leiterin einer deutsch-türkischen Kindertagesstätte für den AWO-Kreisverband tätig. Damals war sie bereits mit dem OB liiert, aber noch nicht verheiratet.

Im vergangenen November war bekannt geworden, dass sie bereits nach zwei Jahren in die höchste Gehaltsstufe eingruppiert worden war. Danach kassierte Frau Feldmann monatlich rund 1.000 Euro mehr als üblich. Normalerweise dauert es bis zu 17 Jahre, bis man diese Tarifstufe erreicht.

"Task Force" soll aufklären

Ein Sprecher des Oberbürgermeisters verwies auf dessen Erklärung vom Dezember, in der er angekündigt hatte: "Sollte tatsächlich ohne sachlichen Grund auch nur ein Cent Gehalt zuviel gezahlt worden sein, wird von uns jeder Cent zurückbezahlt." Das Ergebnis der Prüfungen des Bundesverbands lägen dem OB-Büro bislang nicht vor.

Zur Aufklärung der Vorgänge bei den betroffenen Kreisverbänden will auch eine "Task Force" unter Leitung der früheren Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin die Arbeit aufnehmen. Das sagte ein Sprecher des AWO-Bezirksverbandes Hessen-Süd am Freitag, der sich am Vortag zu einer Sitzung getroffen hatte. Ein erster Bericht solle demnach "so bald wie möglich" vorgelegt werden.

Sendung: hr-iNFO, 10.01.2020, 18 Uhr