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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found AWO Frankfurt schmeißt Ex-Chef Richter raus

Jürgen Richter

Er gilt als einer der Hauptverdächtigen im AWO-Skandal um überhöhte Gehälter und finanzielle Ungereimtheiten: Jetzt hat die Frankfurter Arbeiterwohlfahrt Jürgen Richter gekündigt. Von seinem Amt als Geschäftsführer war Richter im Dezember zurückgetreten.

Die Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat ihren langjährigen Geschäftsführer Jürgen Richter gefeuert. Das bestätigte der Kreisverband am Montag auf Anfrage dem hr. Zuvor hatte die Bild-Zeitung darüber berichtet.

In einem Schreiben teilte der Kreisverband dem hr mit, dass Vorstand und Präsidium ein Kündigungsverfahren gegen Richter eingeleitet hätten. Sämtliche Zahlungen an ihn seien "vorsorglich" eingestellt worden, hieß es darin. Richter war fast drei Jahrzehnte lang bei der Frankfurter AWO beschäftigt.

Schicke Dienstwagen, dubiose Geldflüsse

Richter und seine Frau Hannelore stehen im Zentrum der AWO-Affäre in den Kreisverbänden Frankfurt und Wiesbaden. Es geht unter anderem um überzogene Gehälter, schicke Dienstwagen und dubiose Geldflüsse. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft verdächtigt sechs Personen, darunter das Ehepaar Richter, des Betrugs und der Untreue.

Im Dezember hatte Richter seinen Hut als langjähriger Geschäftsführer des Kreisverbandes genommen - um einer Aufklärung der Vorwürfe nicht im Wege zu stehen und Schaden von der AWO abzuwenden, wie er damals sagte.

Richter sieht persönliche Kampagne

Richter hatte seinerzeit von einer "personalisierten Kampagne" gegen ihn gesprochen. Das SPD-Mitglied maß dieser gar eine "politische Dimension" zu. Dabei griff Richter auch die Medien an. Er gab sich zuversichtlich, dass die Vorwürfe gegen ihn bald entkräftet würden.

Sein Rauswurf bei der AWO deutet allerdings in eine ganz andere Richtung. Details wollte der Kreisverband am Montag nicht nennen. "Die Inhalte des Kündigungsverfahren können wir nicht kommentieren", teilte ein Sprecher lediglich mit.

Sendung: hr1, 27.01.2020, 17 Uhr