Awo-Schild

Die Arbeiterwohlfahrt Wiesbaden hat auf einer außerordentlichen Kreiskonferenz eine neue Vorstandsspitze gewählt. Staatsanwaltschaftliche Ermittlungen und Vorwürfe sorgten für eine angespannte Stimmung. Schließlich sprach man von einem "Neuanfang".

Künftig leitet der frühere Wiesbadener Sozialdezernent Wolfgang Hessenauer (SPD) den AWO-Kreisverband Wiesbaden, wie ein Sprecher am Mittwochabend mitteilte. Zu seinem Stellvertreter wurde der frühere Amtsleiter im Wiesbadener Amt für Soziales, Franz Betz, bestimmt. Die übrigen zehn Mitglieder des Gremiums würden bei einer weiteren Kreiskonferenz Ende Februar gewählt, sagte der Sprecher.

Die AWO-Kreisverbände Frankfurt und Wiesbaden stehen gegenwärtig im Mittelpunkt einer schweren Vertrauenskrise und staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen.

"Neuanfang geschafft"

In der Aussprache habe man sich mit den Vorwürfen und Ermittlungen auch befasst, die Atmosphäre sei deshalb zunächst entsprechend angespannt gewesen, sagte der Sprecher. Später, nach der geglückten Vorstandswahl, sei man aber gelöster Stimmung gewesen.

"Wir haben den Neuanfang heute geschafft. Wir sind zuversichtlich, alle Vorwürfe gegen die Arbeiterwohlfahrt unter der Leitung des neuen Vorsitzenden aufzuarbeiten und daraus abgeleitete Konsequenzen zu ziehen."

Rücktritt im Dezember

Auch der AWO-Bundesverband hatte ungewöhnliche Gehaltsstrukturen und personelle Verflechtungen zwischen den beiden Verbänden kritisiert, die eine effektive Kontrolle erschwerten oder gar unmöglich gemacht hätten.

Der Vorsitzende der Wiesbadener AWO war im Dezember 2019 zurückgetreten - nach eigenem Bekunden wollte er dadurch "einen Neuanfang" ermöglichen. Auch einer der Geschäftsführer hatte im Dezember sein Amt aufgegeben. Des Weiteren hatte einer der stellvertretenden Kreisvorsitzenden sein Amt ruhen lassen. Der Frankfurter Kreisverband will Mitte Februar ein neues Präsidium wählen.