Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
Bild © picture-alliance/dpa

Die Bamf-Affäre um unregelmäßige Asylvergabe hat auch Auswirkungen auf Hessen. Die Außenstelle in Neustadt bei Marburg gehört zu zehn Standorten, die überprüft werden.

Die Bamf-Affäre um fragwürdige Asylvergaben hat auch Auswirkungen auf Hessen. Nach Unregelmäßigkeiten bei der Asylvergabe in Bremen wird in Hessen die Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) in Neustadt (Marburg-Biedenkopf) überprüft.

Die Überprüfung bedeute nicht automatisch, dass es in diesen Standorten zu Unregelmäßigkeiten bei der Bearbeitung von Asylverfahren gekommen sei, betonte eine Bamf-Sprecherin am Mittwoch. Insgesamt würden bundesweit 10 von rund 50 Außenstandorten stichprobenartig untersucht. Neben Neustadt seien auch Standorte in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Bayern, Schleswig-Holstein und Brandenburg betroffen, sagte die Sprecherin. .

"Schutzquote" weicht ab

Auffällig sei bei den zu untersuchenden Standorten zunächst nur die vom Bundesschnitt abweichende sogenannte Schutzquote. In Neustadt liege diese über dem Durchschnitt, der sogenannten Referenzschutzquote.

In der Bamf-Außenstelle Bremen sollen zwischen 2013 und 2016 Mitarbeiter mindestens 1.200 Menschen ohne ausreichende rechtliche Grundlage Asyl gewährt haben. Gegen die damalige Bremer Bamf-Chefin und weitere Mitarbeiter laufen Ermittlungen wegen Bestechlichkeit und bandenmäßiger Verleitung zur missbräuchlichen Asylantragstellung.