Die Beratungsstellen in Hessen arbeiten derzeit mit 217 radikalisierten Muslimen beziehungsweise Gefährdern.

Das geht aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der AfD hervor. Unter den Menschen, mit denen die 18 Mitarbeiter der Beratungsstelle Hessen arbeiten, seien auch Rückkehrer aus Syrien, hieß es weiter. Außerdem würden mehr als 200 Angehörige beraten und unterstützt, deren Kinder oder Freunde als gefährdet gelten.

In der Regel steht die Meldung über einen Radikalisierungsverdacht am Anfang der Beratungen. Dass Radikalisierte auf der Suche nach einem Ausstieg aus der Szene von sich aus Kontakt zu der Beratungsstelle in Frankfurt oder ihren Außenstellen in Kassel und Offenbach aufnehmen, stelle «eine große Ausnahme dar», sagte Innenminister Peter Beuth (CDU) in seiner Antwort.

Träger der Beratungsstelle ist das Violence Prevention Network (VPN), dessen Konzept insbesondere auf Prävention ausgerichtet ist, also bereits den Einstieg in die Szene radikaler Islamisten verhindern will. Ein nachweislicher Ausstieg sei bei zwei Männern gelungen, die im Alter von 21 beziehungsweise 24 Jahren Kontakt zu der Beratungsstelle bekamen. Zudem hätten 33 Menschen an einem Deradikalisierungstraining teilgenommen. Aktuell kann nach Angaben des Ministeriums aber noch nicht endgültig beurteilt werden, ob dies tatsächlich zu einem dauerhaften Ausstieg geführt hat.