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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hessen richtet Berufsschulstandorte neu aus

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Auf manche Auszubildende könnten bald längere Fahrtwege zukommen. Weil ihre Zahl abnimmt, sollen manche Berufsschulklassen zusammengelegt werden. Gleichzeitig sollen alle Standorte erhalten werden.

Hessen will seine Berufsschulstandorte neu ausrichten. Grund sind sinkende Auszubildendenzahlen in zahlreichen Berufen. Werden Berufsschulklassen so klein, dass ein qualitativ hochwertiger Unterricht nicht gewährleistet werden kann, sollen sie in regionalen, Landes- oder Bundesfachklassen gebündelt werden.

Alle Standorte sollen erhalten werden

Ziel sei es, alle Berufsschulstandorte in Hessen zu erhalten, teilten Kultusminister Alexander Lorz (CDU) und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Freitag mit. Womöglich könne aber nicht mehr jedes Fach an allen Standorten angeboten werden. Das neue Standortkonzept soll Lorz zufolge ab 2026 gelten. "Dabei sollen die Schulen in den Regionen jeweils thematische Schwerpunkte entwickeln, um sowohl die Berufsschulstandorte zu sichern als auch den ländlichen Raum zu stärken", erläuterte er.

In einem ersten Schritt soll die Mindestklassengröße abgesenkt werden - von bisher 15 Schülerinnen und Schülern auf 12 im ersten, 9 im zweiten, 8 im dritten und 5 im vierten Ausbildungsjahr. Kommen die nicht zusammen, könnten auf Auszubildende längere Fahrtzeiten zukommen. Al-Wazir versprach aber, dass es keinen Schulwechsel während einer laufenden Ausbildung geben soll. Damit werde Planungssicherheit für Schulen, Ausbildungsbetriebe und Auszubildende gewährleistet. Geplant sind außerdem 100 neue Berufsschullehrer.

Nach zwei Leerrunden läuft Beschulung aus

Wird an einem Standort die vorgesehene Mindestzahl an Schülerinnen und Schülern in einem bestimmten Beruf zweimal hintereinander nicht erreicht, läuft dort die Beschulung in diesem Beruf aus. Der Schulträger kann sie jedoch neu beantragen, wenn die Schülerzahl nachhaltig wieder steigt, beispielsweise, weil sich Unternehmen in der Nähe ansiedeln.

Mit dem neuen Konzept will die Landesregierung nach eigenen Angaben die duale Ausbildung stärken und die Qualität der Ausbildungsberufe sichern. Unterstützung findet die Neuausrichtung der Regierung zufolge auch bei Wirtschaftsverbänden und Schulträgern.

Sendung: hr-iNFO, 23.04.2021, 13 Uhr