Abitur Feier Frankfurt Grüneburgpark

Nach dem Abi 2020 galt noch ein strenges Partyverbot. Dank der Corona-Lockerungen ist das dieses Jahr anders. Ausgelassene Feiern und Bälle wie früher gibt es auch für den zweiten Corona-Abijahrgang nicht.

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Für die Gäste der Abifeier der Gießener Herderschule beginnt die Party wie aktuell ein Besuch im Restaurant oder Café. "Registriert mit Luca-App oder Corona-App?", fragt Anabel Beckert die Ankommenden am Einlass. Die 18-Jährige ist eine der Organisatorinnen der Feier. "Vor ein paar Wochen wussten wir noch gar nicht, ob wir überhaupt feiern dürfen", sagt Beckert. Jetzt steht sie am Eingang des extra angemieteten Open-Air-Geländes auf dem Schiffenberg, einem ehemaligen Kloster am Rand von Gießen.

Kein normaler Abiball möglich

Nachdem die Coronazahlen zuletzt massiv zurückgingen, haben Anabel Beckert und ein paar Mitschülerinnen und Mitschüler vor rund zwei Wochen kurzfristig die Organisation in die Hand genommen. Zusammen mit den Lehrkräften kommt der Abijahrgang auf rund 150 Gäste. Neben der reduzierten Gästezahl und dem verpflichtenden Kontaktformular müssen außerdem alle eine Maske tragen, wenn sie auf dem Gelände herumlaufen. Nur am eigenen Tisch sitzend darf sie abgenommen werden.

Als eine der ersten Schule machte das Gießener Gymnasium in dieser Woche den Anfang. Von den seit Freitag geltenden neuen Corona-Regeln, wonach sich draußen bis zu 500 Menschen versammeln dürfen, haben sie noch nicht profitiert. Ein normaler Abiball in einem großen Saal mit Tanz ist aber auch weiterhin noch nicht möglich. "Das ist schon schade. Unser Jahrgang hat so viel verpasst, da wäre so etwas schön gewesen. Aber zumindest haben wir irgendwie noch ein Ende, das war uns ganz wichtig", sagt Beckert.

Motto: Besser als nichts

Die Abiturientinnen und Abiturienten der Herderschule haben das Beste aus der Situation gemacht: Auf dem Freiluftgelände gibt es eine kleine Bühne, die für ein paar Auftritte genutzt wird. Einen davon absolviert der 19-jährige Frank Becker mit seiner Ukulele. Eine größere Feier hätte er natürlich auch schön gefunden. Trotzdem ist er froh, dass überhaupt etwas möglich ist, und er trotz der Corona-Umstände sein Abitur geschafft hat.

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Gerade vor den schriftlichen Prüfungen sei der psychische Druck immens gewesen, berichtet er: "Wir hatten ja deutlich weniger Unterricht gehabt als andere Jahrgänge vor uns. Aber letztendlich man ist einfach extrem erleichtert, dass es doch geklappt hat", so Becker.

Auch bei den kurzfristigen Zukunftsplänen gibt sich der Abi-Jahrgang 2021 zwangsläufig deutlich bescheidener als manche Vorgängerstufe. Statt großer Auslandsreisen wollen viele der Herderschüler direkt mit dem Studium anfangen - oder zur Bundeswehr. In Coronazeiten gilt eben nicht nur für die letzte Party vor dem Schulende das Motto: "Alles ist besser als nichts."

Viele Schulen planen trotz Lockerungen keine große Feier

Doch nicht alle der rund 23.500 Abiturientinnen und Abiturienten in Hessen werden wohl eine Feier zum Schulabschluss bekommen. Eine hr-Nachfrage bei mehreren Schulen in ganz Hessen hat ergeben, dass vielen eine größere Veranstaltung doch noch nicht geheuer ist und sie darauf verzichten wollen.

Vielleicht entscheiden sich manche Schulen angesichts der neuen, weitreichenden Lockerungen aber noch spontan um. Die Gießener Herderschule hat ihre Ersatzfeier schließlich auch innerhalb von zwei Wochen geplant - neben dem Stress der letzten mündlichen Prüfungen.

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