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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Biontech in Marburg bekommt Zulassung

Das neue Werk des Impfstoffherstellers BioNTech in Marburg. (AFP)

Bundeskanzlerin Merkel erhofft sich vom Biontech-Werk in Marburg die große Wende in der deutschen Impfkampagne gegen das Coronavirus. Die ersten dort produzierten Vakzine sollen ab Mitte April ausgeliefert werden.

Nach der offiziellen Zulassung des neuen Biontech-Werks in Marburg durch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) werden die ersten dort produzierten Impfstoffe in den nächsten Tagen zur Abfüllung nach Belgien transportiert. Wie das Mainzer Unternehmen am Freitag mitteilte, müssen die Corona-Impfstoffe schließlich noch etikettiert und verpackt werden.

Nach diesen letzten Arbeitsschritten, die im Pfizer-Werk in Puurs erfolgen, sind dann noch einmal abschließende Qualitätsprüfungen angesetzt, unter anderem durch das Paul Ehrlich-Institut (PEI) und die firmeneigene Kontrolle. Die Auslieferung der ersten in Marburg hergestellten Impfstoffe an die Impfzentren wird für die zweite Aprilhälfte angepeilt.

Bis zu 250 Millionen Impfdosen bis Juli

Biontech plant, in dem Marburger Werk noch in diesem Halbjahr bis zu 250 Millionen Dosen seines Corona-Impfstoffs zu produzieren. Laufe der Betrieb erst einmal vollständig, könnten dort jährlich bis zu einer Milliarde Dosen des Impfstoffs hergestellt werden. Das Werk in Mittelhessen sei damit eine der größten Produktionsstätten von mRNA-Impfstoffen weltweit.

Ebenfalls am Freitag entschied die EMA, dass der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer künftig vorübergehend auch bei weniger tiefen Temperaturen gelagert werden kann. Wie die Behörde mitteilte, kann der Impfstoff bis zu zwei Wochen lang bei Temperaturen zwischen minus 25 und minus 15 Grad gelagert werden und damit in üblichen pharmazeutischen Gefrierschränken. Das dürfte eine Verimpfung auch durch Hausärztinnen und -ärzte möglich machen.

Bisher war für den Impfstoff eine dauerhafte Lagerung in Spezialgefrierschränken bei zwischen minus 90 und minus 60 Grad vorgeschrieben, was einen Einsatz in ambulanten Praxen oder in armen Ländern verhinderte.

400 Biontech-Beschäftigte in Marburg

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte bereits am Mittwochabend im Ersten gesagt, dass mit der Zulassung der Impfstoff-Auslieferung aus Marburg die Impfkampagne gegen das Coronavirus in Deutschland deutlich beschleunigen werde.

Derzeit arbeiten 400 Biontech-Beschäftigte in dem Werk, davon 200 in der Produktion im Schichtbetrieb rund um die Uhr und an sieben Tagen die Woche.

Sendung: hr-iNFO, 26.03.2021, 16.00 Uhr