Sozialminister Kai Klose und Ministerpräsident Volker Bouffier

Die Abstands- und Hygieneregeln wegen der Corona-Pandemie werden in Hessen bis zum Beginn der Sommerferien Anfang Juli verlängert. Anders als Nachbar Thüringen will die Landesregierung schrittweise vorgehen, sie stellte aber auch weitere Lockerungen in Aussicht.

Die schwarz-grüne Landesregierung hat am Dienstag die Verlängerung vieler Corona-Hygiene-Regelungen für Hessen beschlossen. Die Maskenpflicht in Bahn und Geschäften sowie Abstandsregelungen und Kontaktbeschränkungen gelten nun bis mindestens Sonntag, 5. Juli. An diesem Wochenende beginnen in Hessen die Sommerferien.

In anderen Bereichen hat sich die Landesregierung hingegen für Lockerungen entschieden. In den Gaststätten entfällt ab Donnerstag die bisherige Fünf-Quadratmeter-Regelung, wie sie mitteilte. Es müssen also nicht mehr fünf Quadratmeter Fläche pro Gast bereit gestellt werden. Gastronomiebetriebe müssten aber weiterhin für einen Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Gästen sorgen.

Schwimmen im Verein und für Kurse wieder möglich

Auch Frei- und Hallenbäder dürfen ab dem 1. Juni wieder für Vereinssportler und Schwimmkurse öffnen. Mitte Juni will die Landesregierung dann auch über eine Öffnung für den regulären Publikumsverkehr beraten. "Unser Ziel ist es, dass die Schwimmbäder und Badeseen für den Publikumsverkehr in diesem Sommer wieder öffnen können", hieß es in der Pressemitteilung.

Veränderungen gibt es auch bei den Kitas: Ab dem 2. Juni soll es nach Angabe des Landes eine "eingeschränkte Regelbetreuung" in den Kitas geben. Das hatte Sozialminister Kai Klose (Grüne) bereits in der vergangenen Woche angekündigt.

Thüringen kein Vorbild für Hessen

Hessen geht damit einen eher vorsichtigen Weg bei den Lockerungen - anders als das Nachbar-Bundesland Thüringen. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte vorgeschlagen, ab dem 6. Juni die allgemeinen Corona-Beschränkungen in seinem Bundesland aufzuheben. Hintergrund ist, dass es in Thüringen derzeit sehr wenige Corona-Fälle gibt.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) betonte hingegen am Dienstag: "Oberstes Gebot der Stunde ist es, besonnen zu bleiben und schrittweise vorzugehen, damit wir den über Wochen erzielten Erfolg der Verlangsamung der Infektionsausbreitung nicht leichtfertig aufs Spiel setzen."

Sendung: hr-iNFO, 26.05.2020, 17.00 Uhr