Bildkombo: Anschlagsopfer in Sri Lanka, die brennende Kathedrale von Notre-Dame
Anschlagsopfer in Sri Lanka, die brennende Kathedrale von Notre-Dame Bild © picture-alliance/dpa

In ihren Osterpredigten haben sich Hessens höchste Geistliche aktuellen Themen gewidmet und Parallelen zu Konfliktherden auf der Welt gezogen. Auch der Missbrauchsskandal war Thema.

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Der Limburger Bischof Georg Bätzing zeigte sich in seiner Predigt während des Gottesdienstes am Ostersonntag im Hohen Dom zu Limburg bestürzt über die Ereignisse in Sri Lanka. Dort waren bei Bombenanschlägen auf christliche Kirchen und auf Hotels mehr als 200 Menschen getötet worden. "Wir verbinden uns mit den Opfern und den vielen Schwestern und Brüdern weltweit, die ihren Osterglauben nicht frei und ungezwungen bekennen können, wie wir es tun", sagte er.

Bischof Bätzing
Der Limburger Bischof Georg Bätzing Bild © hr/Bistum Limburg

Mit den Klimaschutz-Demonstrationen "Fridays for Future" von Schülern und Studenten zeigte sich Bätzing solidarisch. Auch Christen stünden in der Verantwortung: "Ob wir diese einmalig schöne Erde bewahren oder uns durch eigenes Verschulden selbst abschaffen, das ist eine zutiefst spirituelle und religiöse Frage."

In seiner Predigt zur Osternacht am Samstagabend hatte der Oberhirte erklärt, er stehe unter dem Eindruck des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche. Es koste ihn in diesem Jahr mehr Kraft als sonst, seinen Glauben an Ostern zu bekennen, sagte er laut Redemanuskript. "Die Stürme, in die wir als Kirche geraten sind - durch Versagen und persönliche Schuld, bleiben auch mir nicht in den Kleidern stecken."

Gerber: "Bilder erinnern an Flächenbrände in Afrika und Nahost"

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Der neue Fuldaer Bischof Michael Gerber hat in seiner Osterpredigt den verheerenden Kirchenbrand in Paris in den Fokus gerückt. Der Anblick der brennenden Kathedrale von Notre-Dame habe weltweite Betroffenheit ausgelöst, sagte der Ende März ins Amt eingeführte Oberhirte am Sonntag. "Es sind Bilder, die wir so schnell nicht vergessen, Bilder, die viele Menschen wohl auch noch Jahre später im Rückblick mit diesem Jahr 2019 verbinden werden."

Der Fuldaer Bischof Michael Gerber
Der Fuldaer Bischof Michael Gerber Bild © picture-alliance/dpa

Gerber sagte, für manch einen Menschen sei die Kathedrale mit persönlichen und wertvollen Erfahrungen verbunden. Anderen werde bewusst, dass Notre-Dame für "ein wertvolles Stück europäischer Kulturgeschichte" stehe. "Und für wieder andere mögen sich in diesen Bildern auch viele der unzähligen Dramen spiegeln, die derzeit unseren Globus prägen: Da kann die ungeheure Dynamik des Feuers, das in Minuten den ganzen Dachstuhl ergreift, erinnern an den Flächenbrand, den so mancher Konflikt etwa in Afrika oder im Nahen Osten entfacht hat."

Gerber verglich in seiner Predigt weiter: Die rußgeschwärzten Fenster des Gotteshauses erinnerten an die Perspektivlosigkeit vieler Menschen nach einem Schicksalsschlag und das eingestürzte Dach in der Vierung an "die Schutzlosigkeit, der Menschen immer wieder durch verschiedene Arten von Gewalt ausgeliefert sind". In dieser Woche hätten bei aller Verschiedenheit Menschen unterschiedlicher Kulturen und Weltanschauungen erlebt, dass ihre Blicke in die gleiche Richtung wiesen, auf jene Ereignisse in Paris.

Jung: Demos für Klimaschutz sind Zeichen für Ostern

Volker Jung
Kirchenpräsident Volker Jung. Bild © picture-alliance/dpa

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung sieht in den Schüler-Demos für Klimaschutz ein Zeichen für Ostern. Menschen bräuchten hoffnungsvolle Perspektiven für sich und diese Welt, sagte Jung in Darmstadt. "Ostern ist das Fest der Hoffnung, dass Gottes Schöpferkraft stärker ist als der Tod. Am Ende steht nicht der Tod, sondern ein Neuanfang voller Hoffnung auf Leben." Die schwedische Schülerin Greta Thunberg habe aus dieser Hoffnung mit der Aktion "Fridays for future" ein großes politisches Thema gemacht.

Wer sich an der Hoffnung orientiere, kämpfe für das Leben, sagte der Kirchenpräsident. Wenn Tausende Schüler in vielen Ländern jeden Freitag für mehr Klimaschutz demonstrierten, kämpften sie für eine Umwelt, die auch ihnen ein gutes Leben ermöglichen soll. "An Ostern feiern Christen in der gesamten Welt, dass Gott aus dem vergangenen alten Leben neues Leben hervorbringen kann", sagte Jung. "Die Auferstehung seines Sohnes Jesus Christus ist seine Botschaft an uns: Ihr müsst den Tod nicht fürchten. Sucht das Leben für euch und für diese Welt!"