Bischof Bätzing

Mit einem Maßnahmenpaket will der Limburger Bischof Bätzing künftig sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche verhindern. In ihm wüchsen "Abscheu und Wut", erklärte der Geistliche.

In seinem am Samstag veröffentlichten Hirtenbrief zur österlichen Bußzeit kündigte Bischof Georg Bätzing eine Reihe von Maßnahmen gegen sexuellen Missbrauch an. Mit der Umsetzung solle schon Ende des Monats begonnen werden. Es gehe auch darum, die Aufarbeitung des Themas voranzutreiben, erklärte Bätzing und sprach von "offenkundigen Missständen".

In der Vergangenheit seien Täter gedeckt sowie Missbrauch verharmlost und vertuscht worden, um angeblich Schaden von der Kirche abzuwenden. Anstelle dessen hätte man den Opfern Gehör schenken und ihnen Hilfe anbieten müssen, kritisierte Bätzing den bisherigen Aufarbeitungsprozess. "Je öfter ich mit Betroffenen spreche oder ihre Zeugnisse lese, umso mehr wachsen meine Abscheu und Wut."

Transparenter Gesprächsprozess

Im Bistum Limburg will der Bischof nun mit konkreten Maßnahmen vorangehen. Er stellte einen transparenten Gesprächsprozess unter Beteiligung von Fachleuten in Aussicht. Dabei gehe es auch um Faktoren wie die katholische Sexualmoral mit ihrer Bewertung von Homosexualität, die Verpflichtung der Priester zur ehelosen Lebensform, um Macht und Machtmissbrauch innerhalb klerikaler Strukturen sowie die Rolle der Frauen in der Kirche.

Nötig sei "Entwicklung in diesen Fragen, damit wir anderen den Glauben in durchaus kritischer Zeitgenossenschaft überhaupt als Lebensmodell vorschlagen können", erklärte der Bischof weiter. Es gebe einen Ruf nach grundlegenden Veränderungen und einer Erneuerung der Kirche. Dies nehme er ernst und wisse sich dem verpflichtet, erklärte Bätzing.

Vor gur zwei Wochen hatte Bätzing, der seit September 2016 Bischof von Limburg ist, das Zölibat in Frage gestellt. Die Ehelosigkeit sei mit dem Priesteramt nicht zwangsläufig verbunden, erklärte er im Gespräch mit dem hr.

Sendung: hessenschau, hr-fernsehen, 09.03.2019, 19:30 Uhr