Grundschulen überfüllt
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Schüler der hessischen Schulen des Bistums Mainz müssen demnächst Schulgeld zahlen. Betroffen sind rund 3.400 Schüler. Das Bistum begründet das mit wirtschaftlichen Notwendigkeiten.

Das Bistum Mainz führt ab dem kommenden Schuljahr Schulgeld an seinen vier Gymnasien in Hessen ein. Eltern von rund 3.400 Schülern der Albertus-Magnus-Schule in Viernheim, der Liebfrauenschule in Bensheim (beide Bergstraße), der St.-Lioba-Schule in Bad Nauheim (Wetterau) und der Offenbacher Marienschule sollen dann monatlich 90 Euro für das erste Kind und 50 Euro für das zweite Kind bezahlen, teilte das Bistum am Mittwoch in Mainz mit. Für das dritte Kind würden noch zehn Euro anfallen, der Schulbesuch aller weiteren Kinder bleibe gebührenfrei.

Neben den vier vom Bistum genannten Schulen soll das Schulgeld auch am katholischen Edith-Stein-Gymnasium in Darmstadt eingeführt werden, das sich allerdings in Trägerschaft einer Stiftung befindet. Deren Kuratorium muss den Plänen noch zustimmen. Die Maßnahme wurde mit wirtschaftlichen Notwendigkeiten begründet. Für Familien mit geringem Einkommen seien Ermäßigungen vorgesehen. Ab 2019 wird das Schulgeld zunächst nur bei Fünftklässlern erhoben, ab 2020 dann bei allen Schülern. Das Bistum rechnet mit Gesamteinnahmen in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro pro Jahr.

Kirchensteuer allein reicht nicht aus

Die Bedingungen für eine stabile Finanzierung der katholischen Schulen in Hessen seien in den zurückliegenden Jahren immer schwieriger geworden, heißt es in einem Rundschreiben von Generalvikar Udo Markus Bentz und Schuldezernentin Gertrud Pollak an Eltern und Schüler. Bislang habe das Bistum trotz staatlicher Zuschüsse jährlich rund zehn Millionen Euro für seine hessischen Schulen aufgewendet: "Die finanziellen Prognosen für das Bistum machen klar: Auf Dauer sind diese Summen durch die Kirchensteuer allein nicht aufzubringen."