Lebt ohne Verpackungsmüll: Andreas Arnold
Lebt ohne Verpackungsmüll: Andreas Arnold Bild © Anne-Katrin Hochstrat, hr

Seit fünf Jahren verzichtet Andreas Arnold aus Friedberg auf Plastik und Verpackungsmüll. Ein Leben mit Fallstricken. Seine Erfahrungen hält der 42-Jährige in einem Blog fest.

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zum hr-fernsehen.de Video Leben ohne Plastik

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Shampoo-Flaschen, Chips-Tüten oder Putzmittel - überall ist Plastik. Nicht so im Haushalt von Andreas Arnold. Nach Plastikverpackungen sucht man in seiner Wohnung vergeblich: Der 42-jährige Friedberger lebt weitgehend ohne Verpackungsmüll und Plastik.

Zahlen der EU-Kommission zufolge fallen in Europa jährlich 26 Millionen Tonnen Plastikmüll an. Arnold will dagegen was tun. "Wir können reduzieren, wenn unsere Nachbarn uns vormachen, weniger Müll zu verbrauchen, dann sollten wir uns unserer Verantwortung bewusst sein", sagt er.

Keine gute Idee: Geschirrspülmaschine mit Kernseife betreiben

Als er im Jahr 2013 damit begann, Plastikmüll aus seinem Leben zu verbannen, versuchte er es zunächst in kleinen Schritten. Wer etwas ändern wolle, dürfe sich nicht unter Druck setzen. Die Umstellung brauche eine gewisse Zeit, sagt der 42-Jährige. "Wenn ich zum Beispiel Schokolade über alles liebe und mich in einem ersten Schritt entscheide nur noch unverpackte Schokolade zu essen, dann wird das nicht klappen", erklärt er.

Einfacher sei es, erst mal von einer Plastik-Zahnbürste auf eine Holz-Zahnbürste umzusteigen. "Damit habe ich schon mal einen Schritt in Richtung Plastikfreiheit getan." Am Anfang sei auch viel schief gelaufen. Einmal habe er versucht, seine Geschirrspülmaschine mit Kernseife zu betreiben. "Da habe ich dann das Innenleben meiner Spülmaschine näher kennengelernt", erinnert er sich. Die Seife hatte beim Kaltwerden weite Teile der Maschine verklebt, keine schöne Erfahrung.

Eine halber gelber Sack im Jahr

Inzwischen hat Arnold seine Methoden perfektioniert. Nachzulesen sind die Erfahrungen in seinem Blog Plastic Diary. Arnold kauft seine Sachen zumeist auf dem Markt und im Reformhaus. Das verpackungsfreie Leben habe seinen Konsum verändert, sagt er. Er lasse sich beim Einkauf nicht mehr davon leiten, was er essen möchte, sondern was er verpackungsfrei bekomme. Sogar Toilettenpapier wird plastikfrei geliefert. Obwohl er eingesteht: "Da weiß ich gar nicht, ob das sinnvoll ist." Schließlich bestelle er das Papier ohne Plastikverpackung extra und das werde dann von weither geliefert.

Mittlerweile sei es einfacher, auf Verpackungen zu verzichten, bestätigt Arnold. So könne man sich im Supermarkt zum Beispiel inzwischen Nüsse selbst abwiegen oder eigene Dosen zum Abfüllen an der Frischetheke mitbringen. Als er 2013 mit seiner Umstellung anfing, sei ein Leben ohne Plastikmüll noch wesentlich schwieriger gewesen. Das habe sich geändert. Inzwischen versuchen sich auch andere Menschen darin, ohne Plastikmüll zu leben. Derzeit braucht Andreas Arnold nicht mehr als einen halben gelben Sack, um seinen jährlichen Plastikmüll zu entsorgen.

Ihre Kommentare Plastikverzicht beim Einkauf - eine Option auch für Sie?

14 Kommentare

  • Mülltüten aus Papier sind das dümmste was man der Umwelt antun kann!! Stichwort: Energiebilanz. Die muss man mal vergleichen zwischen einer Papiertüte und einer Kunststofftüte. Wenn man die Papiertüte nicht deutlich öfters benutzt als eine Plastiktüte, dann hat man der Umwelt überhaupt nichts gutes getan! Gut gemeint ist in Sachen Umweltschutz oft schlecht gemacht...man sollte nachdenken bevor man etwas verschlimmbessert! Genau wie bei Elektrogeräten...viele kaufen sich ein neues Elektrogerät weil die neuen ja Energie sparen und die Umwelt schonen...Leute....ernsthaft? Etwas neues Produzieren und das alte wegschmeißen ist so was von energieaufwändig. So lange lebt das neue Gerät garantiert nicht. Kapiert es endlich! Mit manchen Dingen schadet man der Umwelt noch mehr! Ich könnte noch weiter machen... Diesel zum Beispiel...aber ich lass es bleiben. Kapiert eh keiner...

  • Hier geht es um Plastik-Verpackungen nicht ums Auto!!!

  • Es ist alles ganz einfach, Herr Arnold macht es vor. Gemüse und Obst lose kaufen. Joghurt und Milch in Glas. Alles regional möglich. Mülltüten gibt es aus Papier. Das Auto in der Stadt abschaffen... Usw. Öko ist einfach und macht sogar noch Spaß!

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