In einem Park sitzen Menschen vereinzelt auf fünf Bänken.

Zur Eindämmung der Corona-Krise hat Hessen ein weitgehendes Kontaktverbot erlassen: Menschen dürfen nur noch zu zweit rausgehen. Diese Einschränkung gilt ab sofort.

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Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hat die hessische Landesregierung am Sonntagabend im Eilverfahren weitere Maßnahmen beschlossen. Unter anderem gilt ab sofort ein weitreichendes Kontaktverbot - für zunächst zwei Wochen.

Nach dem neuen Beschluss dürfen sich nur noch zwei Personen zusammen im öffentlichen Raum aufhalten. Damit wolle man insbesondere Alleinstehenden ermöglichen, sich auch weiterhin mit einer Person außerhalb des eigenen Hausstands draußen zu treffen, hieß es in einer Mitteilung der Staatskanzlei. Damit korrigierte die Staatskanzlei vorherige Aussagen von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

Ministerpräsident #Bouffier erklärt zu den strikten Ausgangsregelungen: „Auch in #Hessen gilt, was die Regierungschefinnen und Regierungschefs mit der Bundeskanzlerin gemeinsam vereinbart haben: Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist mit maximal zwei Personen erlaubt.

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Bouffier: "Es ist Verwirrung entstanden"

Dieser hatte bei einer Pressekonferenz am Nachmittag gesagt, eine Begleitperson außerhalb des eigenen Haushalts sei nur dann erlaubt, wenn Alleinstehende oder gebrechliche Menschen auf Hilfe angewiesen seien.

Es sei Verwirrung entstanden, sagte Bouffier am Abend dem hr. Eine zweite Person sei immer erlaubt und müsse nicht aus dem häuslichen Umfeld stammen. "Aber dabei haben wir insbesondere an Leute gedacht, die alleine leben und Hilfe brauchen."

Familien und Mitbewohner ausgenommen

Vom Kontaktverbot ohnehin ausgenommen sind Familienmitglieder und alle Menschen, die in einem gemeinsamen Haushalt leben. "Der Grundgedanke hierbei ist die Gefahr der Infektion", sagte Bouffier. Eine Familie begegne sich sowieso zu Hause, da lasse sich eine Ansteckung kaum verhindern.

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Ebenfalls von der Regelung ausgenommen seien Personen, die geschäftlich oder dienstlich notwendigerweise gemeinsam unterwegs seien, teilte die Staatskanzlei am Abend mit. Auch Busse und Bahnen dürften weiterhin von mehreren Menschen genutzt werden.

Abiturprüfungen gehen weiter

Eine komplette Ausgangssperre wird es damit derzeit nicht geben. Spaziergänge bleiben weiterhin erlaubt, ebenso der Weg zur Arbeit. Auch die Abiturprüfungen sollen laut Staatskanzlei weiterhin nach Plan stattfinden.

Neben dem Kontaktverbot wurden am Sonntag bei einer gemeinsamen Telefonkonferenz aller Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) weitere Maßnahmen beschlossen. "Das meiste, was heute vereinbart wurde, haben wir in Hessen schon gemacht", sagte Ministerpräsident Bouffier. Das betrifft unter anderem die Regelung, dass Gaststätten und Restaurants Essen nur noch zum Abholen anbieten dürfen.

Friseure und Kosmetikstudios müssen schließen

Neu sei für Hessen aber, dass kosmetische Dienstleister wie Friseure, Kosmetikstudios, Tattoo-Studios und Massagesalons künftig geschlossen werden sollen. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben dann aber weiter möglich.

Bouffier dankte den Hessen auch dafür, dass sie sich an die bisher beschlossenen Maßnahmen gehalten hätten. Am Samstag waren öffentliche Versammlungen zunächst auf fünf Personen begrenzt worden. Alle Polizeipräsidien hätten berichtet, dass es am Wochenende in Hessen ruhig geblieben sei.

Bouffier: Ausgangssperre wäre die letzte Maßnahme

Nach dpa-Informationen hatte sich eine Gruppe von zwölf Ländern bereits vor der Telefonkonferenz auf ein umfassendes Kontaktverbot verständigt. Dazu gehörte auch Hessen.

Im Vorfeld hatte Ministerpräsident Bouffier betont, eine Ausgangssperre wäre die letzte Maßnahme. "Freiheit ist ein kostbares Gut", sagte der Regierungschef am Freitag. Jetzt müsse jeder Verantwortung übernehmen, "für sich, aber auch für alle anderen".

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 22.03.2020, 19.30 Uhr