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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Geisenheimer Kita öffnet nach Verdacht auf Mutation wieder

Proben für Corona-Tests werden für die weitere Untersuchung vorbereitet.

Die britische Coronavirus-Variante breitet sich aus. Inzwischen sind mehrere Kreise in Hessen betroffen. Eine Klinik und eine Kita wurden vorübergehend geschlossen.

In Hessen haben sich bisher etwa zwei Dutzend Menschen mit einer mutierten Variante des Coronavirus infiziert. Das teilte das Robert-Koch-Institut auf hr-Anfrage mit. Demnach wurden bis Mittwoch deutschlandweit 78 Fälle der britischen Variante bestätigt, die im Verdacht steht, ansteckender zu sein als die ursprüngliche Form des Coronavirus. 25 dieser Fälle, also fast ein Drittel, seien in Hessen entdeckt worden.

Nachdem zunächst unter anderem Frankfurt betroffen war, scheinen sich die Fälle derzeit in Mittelhessen zu häufen. Am Montag wurde bekannt, dass in den Lahn-Dill-Kliniken in Wetzlar drei Patienten mit der britischen Variante infiziert sind. Daraufhin testete das Klinikum 600 Mitarbeiter und Patienten. Bei sechs Personen wurde das Virus festgestellt.

Um die Ausbreitung zu verhindern, verhängte das Klinikum einen Aufnahmestopp. Bis einschließlich Sonntag würden nur Notfallpatienten und werdende Mütter behandelt. Danach soll der Krisenstab des Kreises über das weitere Vorgehen entscheiden.

Auch Kliniken in Gießen und Weilmünster betroffen

An der Uniklinik Gießen-Marburg hat sich nach Angaben des Kreises ein technischer Mitarbeiter am Standort Gießen mit einer mutierten Virus-Variante angesteckt. Um welche Variante es sich handelt, teilte der Kreis Gießen bisher nicht mit. Von den insgesamt 50 Kontaktpersonen des Erkrankten hätten sich mindestens sechs mit dem Coronavirus infiziert. Ob einer von ihnen die Mutation in sich trage, werde nun ebenfalls untersucht.

Vor einer Woche gab es bereits einen bestätigten Fall in Weilmünster (Limburg-Weilburg). Erkrankt ist nach Informationen des Landkreises ein Patient auf der Intensivstation der Vitos-Klinik für Neurologie. Auch ein Altenheim in Limburg war bereits betroffen.

Kita in Geisenheim öffnet nach Verdachtsfall wieder

Im Rheingau-Taunus-Kreis wurde außerdem eine Kita geschlossen, nachdem sich ein Kind und sein Vater möglicherweise mit der britischen Variante angesteckt hatten. Am Mittwoch gab der Kreis teilweise Entwarnung: Alle 42 Kontaktpersonen der Infizierten seien negativ getestet worden, die Kita könne am kommenden Montag wieder öffnen.

Ob Vater und Kind tatsächlich an einer Mutation erkrankt sind, stand am Mittwoch noch nicht fest. Das Laborergebnis der Sequenzierung stehe noch aus, so ein Sprecher.

Keine Meldepflicht für Virus-Varianten

Neben der britischen gab es nach Angaben des Sozialministeriums zuvor einen Fall der brasilianischen Mutation in Frankfurt. Die südafrikanische Variante wurde demnach ebenfalls in Hessen nachgewiesen. Dem RKI hingegen ist bislang kein Fall in Hessen bekannt.

Eine Übersicht, in welchen Kreisen und Städten die mutierten Fälle bislang aufgetreten sind, führt weder das RKI noch das Sozialministerium. Aus dem Ministerium hieß es dazu, das Infektionsschutzgesetz sehe keine Meldepflicht der Virus-Varianten vor. Man stehe aber mit den sequenzierenden Laboren und den Gesundheitsämtern in Verbindung.

Fünf Prozent der positiven Tests sollen sequenziert werden

Zudem werden nicht alle PCR-Proben auf die Varianten untersucht. Sequenziert werden vor allem die Proben von Patienten, die sich in Großbritannien und anderen Ländern aufgehalten haben, in denen die Varianten gehäuft aufgetreten sind. Außerdem sollen in Deutschland etwa fünf Prozent aller positiven Corona-Tests stichprobenartig auf die Mutationen untersucht werden.

Alle drei Mutationen sollen ansteckender sein als die ursprüngliche Form von Sars-CoV-2. Nach Aussage der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek gibt es aber keine Hinweise, dass sie zu schwereren Krankheitsverläufen führen.

Sendung: hr-iNFO, 03.02.2021, 18 Uhr