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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Sozialdezernent Ziegler: "Hoffen, es durch umsichtiges Handeln in den Griff zu bekommen"

Bobbycar und Jacken in  einer Kita

Dutzende Kinder und Erzieherinnen aus zwei Kitas in Mörfelden-Walldorf haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Bei einigen wurde die aggressivere britische Variante nachgewiesen. Das zeigt sich bei den Symptomen.

Nach einem größeren Corona-Ausbruch in einer Kindertagesstätte in Mörfelden-Walldorf (Groß-Gerau) steht jetzt fest: Es handelt sich zumindest zum Teil um die gefährlichere britische Mutation B.1.1.7. Zwei Kinder, eine Erzieherin und auch sechs Familienangehörige zeigten dadurch heftigere Symptome, sagte Angelica Taubel, die Pressesprecherin des Kreisgesundheitsamts Groß-Gerau, am Montag dem hr. "Die Kinder mussten zwar nicht ins Krankenhaus, aber leiden unter Fieber, Husten und Durchfall."

Für die anderen Betroffenen lägen noch nicht alle Testergebnisse vor. Insgesamt gebe es in der "Kita X" in Mörfelden-Walldorf 32 Infizierte, 19 davon Kinder. Die Kita im Grünewaldweg ist deshalb auf jeden Fall bis Montag kommender Woche (8. März) geschlossen. "Schon allein deshalb, weil wir dort nicht mal für den Notbetrieb genügend nichtinfizierte Erzieherinnen und Erzieher haben", erklärte der Sozialdezernent von Mörfelden-Walldorf, Burkhard Ziegler, auf Nachfrage.

Auch in der "Kita III" in der Elsa-Brandström-Straße befinden sich mittlerweile elf Kinder und zwei Erzieherinnen in vorsorglicher häuslicher Quarantäne. Grund ist ein positives Testergebnis aus dieser Gruppe. Weitere Ergebnisse standen am Montag noch aus.

Sozialdezernent: "Sicherheit geht vor"

Dagegen wird die "Kita I" in der Treburer Straße nach einem negativen PCR-Test einer Erzieherin mit Krankheitssymptomen am Dienstag wieder geöffnet. Sie war zum Wochenbeginn vorsorglich geschlossen geblieben.

Jeder Erzieher und jede Erzieherin in den Kitas führe Listen über die Kontakte der rund 80 Kinder und Betreuer in der jeweiligen Einrichtung. "Wir können dadurch sehr schnell und sehr effektiv reagieren", versicherte der Sozialdezernent. Grundsätzlich versuche der Kreis, die Kitas trotz hoher Inzidenzzahlen offenzuhalten.

Schneller zu detaillierten Testergebnissen

Groß-Gerau weist derzeit im hessischen Vergleich die zweithöchste 7-Tage-Inzidenz unter den Kreisen und kreisfreien Städten auf. Am Montag lag der Wert in dem südhessischen Kreis bei 96,5 (Stand 0 Uhr). Eine höhere Inzidenz hatte zu diesem Zeitpunkt nur der Lahn-Dill-Kreis (98,3). Die ersten Berichte über ein Auftreten der britischen Mutation in der betroffenen Kita hatte es am vergangenen Donnerstag gegeben.

Die britische Variante des Virus breitet sich in Groß-Gerau zügig aus. Insgesamt gebe es derzeit 140 bestätigte Fälle der Mutation B.1.1.7, sagte die Sprecherin des Gesundheitsamtes. Um die Infektionslage weiter überblicken zu können, sei das zuständige Testlabor angewiesen worden, positive PCR-Tests automatisch auch zu sequenzieren. "Dann wird also getestet, welche Virus-Variante vorliegt."

Krankenhäuser durch britische Variante stärker belastet

Forscher in Dänemark haben jüngst herausgefunden, dass die britische Corona-Mutation das Risiko für einen Krankenhausaufenthalt erhöht - und zwar um rund 60 Prozent. Britische Studien kommen für Infizierte in Großbritannien demnach zu dem gleichen Ergebnis, wie der Tagesspiegel berichtete. In Dänemark ist die britische Variante demnach bereits die am weitest verbreitete Variante des Virus.

Sendung: hr1, 1.3.2021, 15.10 Uhr