Gedenken an die Opfer von Hanau in Schloss Bellevue

Bundespräsident Steinmeier hat Hinterbliebene der Anschlagsopfer von Hanau im Berliner Schloss Bellevue empfangen. Bei einer Ansprache mahnte das Staatsoberhaupt zu mehr Engagement gegen Rassismus.

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zum Video Anschlag in Hanau: Steinmeier empfängt Hinterbliebene

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Bei einem Treffen mit den Hinterbliebenen des Hanauer Terroranschlags vom 19. Februar hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, ihre Stimme gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu erheben.

"Wir müssen unsere Stimme erheben und solidarisch sein, wann immer Menschen in unserem Land in ihrer Würde verletzt werden." Rassistische Zuschreibungen seien menschenfeindlich und sie würden der Lebenswirklichkeit in unserer vielfältigen Gesellschaft nicht gerecht.

Einzelgespräche mit Angehörigen

Die Terrortat von Hanau habe neun "einzigartige Menschen" getroffen, "die keine Fremden waren, sondern Teil dieser Gesellschaft". Ihre Geschichten führten vor Augen, "dass in unserer Einwanderungsgesellschaft längst eine junge Generation herangewachsen ist, in der sich die unterschiedlichsten Lebenswelten vermischt haben". Eine Generation, für die längst nicht mehr entscheidend sei, woher jemand komme, "sondern wofür er steht und wohin er will".

Das Treffen fand am Mittwoch im Berliner Schloss Bellevue statt. Im Anschluss an die Ansprache führten der Bundespräsident und seine Frau Elke Büdenbender sowie Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und der Opferbeauftragte der Bundesregierung, Edgar Franke (SPD), jeweils Gespräche mit einzelnen Gruppen der Angehörigen.

Beim Anschlag von Hanau hatte der Attentäter Tobias R. in der Nacht vom 19. auf den 20. Februar aus rassistischen Motiven zunächst neun Menschen mit Migrationshintergrund in einer Shisha-Bar und einem Kiosk in Hanau erschossen und im Anschluss seine Mutter und sich selbst. Angehörige hatten in den Folgemonaten mehrfach beklagt, dass ihnen seitens der Behörden nicht ausreichend geholfen werde.

Sendung: hessenschau kompakt, 23.09.2020, 16.45 Uhr