Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hochschule weist Rassismus-Vorwürfe von sich

Hochschule für Gestaltung in Offenbach

Ist die Hochschule für Gestaltung in Offenbach rassistisch? Gegen entsprechende Vorwürfe wehrt sich die HfG vehement. Sie hatte chinesische Austauschstudenten wegen des Coronavirus abgelehnt. Auch andere Hochschulen treffen Vorsorge-Maßnahmen.

Die Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach hat einen internen Newsletter verschickt, der ihr nun Rassismus-Vorwürfe einbringt. In der E-Mail der HfG an Mitarbeiter und Studenten heißt es: "Zum Sommersemester 2020 werden wir keine Studierenden aus China empfangen. Ihnen wird ein Studienaufenthalt im Wintersemester 2020/2021 angeboten." Begründet wurde die Maßnahme mit dem sich ausbreitenden Coronavirus.

HfG wehrt sich gegen Vorwürfe

Die Hochschule sprach am Mittwoch von einem Missverständnis. "Die Hochschulleitung bedauert sehr, dass der Eindruck entstehen konnte, es gebe an der HfG einen Immatrikulationsstopp für chinesische Studierende. Das ist selbstverständlich nicht der Fall", erklärte die Hochschule.

Es handelt sich laut HfG um fünf Austauschstudenten, deren Aufenthalt lediglich verschoben worden sei - in Absprache mit den Heimathochschulen und den Studierenden selbst. Die HfG betonte, sie sei stolz auf die seit mehr als einem Jahrzehnt andauernden Partnerschaften mit chinesischen Kunst- und Designhochschulen.

Die Frankfurter Rundschau hatte zuvor über die Maßnahmen der HfG zum Schutz vor dem Coronavirus berichtet und dabei die Aussage eines Twitter-Nutzers zitiert. Dieser kommentierte das Schreiben der HfG mit den Worten: "Hallo @HfG_Offenbach was soll diese rassistische Scheiße?"

Hallo @HfG_Offenbach was soll diese rassistische scheisse? @Stadt_OF @FRoffenbach

[zum Tweet mit Bild]

In dem Newsletter der HfG werden chinesische Studenten zudem gebeten, derzeit nicht in ihre Heimat zu reisen. Es würden auch vorerst keine Studenten oder Lehrkräfte mehr nach China entsandt. Übertrieben findet die HfG diese Maßnahmen nicht. Die Hochschule schließe sich Empfehlungen des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an, teilte sie mit. Und damit ist sie nicht die einzige Hochschule oder Universität in Hessen.

Uni Marburg: "Outgoing-Programme nach China gestoppt"

So empfiehlt auch die Philipps-Universität Marburg ihren Beschäftigten und Studenten, möglichst keine Reisen nach China zu unternehmen. Auch der Studierendenaustausch ist eingeschränkt. "Den Empfehlungen des DAAD folgend sind die Outgoing-Programme nach China derzeit gestoppt", teilte die Uni mit. Sie ist wie die anderen hessischen Unis Mitglied beim DAAD.

Weitere Informationen

Coronavirus

Beim Coronavirus handelt es sich um eine übertragbare Lungenerkrankung. Auf dem chinesischen Festland sind nach offiziellen Angaben inzwischen mehr als 44.600 Menschen damit infiziert, hunderte Menschen starben an dem neuartigen Virus. Auch in Deutschland und anderen Ländern Europas wurde das Virus bereits nachgewiesen.

Ende der weiteren Informationen

Der DAAD rät seinen Mitgliedshochschulen zudem, sich direkt mit Studenten und Wissenschaftlern aus China in Verbindung zu setzen, die in nächster Zeit nach Deutschland kommen wollen: "Es sollte eruiert werden, ob im Einzelfall Aufenthalte verschoben oder gegebenenfalls auch durch virtuelle Formate ersetzt werden können."

Auch die Technische Universität Darmstadt und die Hochschule Darmstadt haben ihre Austauschprogramme mit China erstmal auf Eis gelegt. Es würden gerade keine Dienstreisen genehmigt, auch der Studierendenaustausch mit chinesischen Hochschulen pausiere. "Wir sind eine international breit vernetzte Hochschule. Auch mit chinesischen Partnerhochschulen pflegen wir seit Jahren einen intensiven Austausch", sagte der Präsident der Hochschule Darmstadt, Ralph Stengler. Da sei es wichtig, mögliche Gesundheitsrisiken im Blick zu behalten.

Uni Kassel: Gefahr vor Coronavirus in Deutschland gering

Die Uni Kassel und die Justus-Liebig-Universität Gießen raten Studenten ebenfalls von Reisen nach China mit Ausnahme der Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao ab. Sie berufen sich auf Empfehlungen des Auswärtigen Amts und des Robert-Koch-Instituts. Die Uni Kassel betont zugleich, dass die Gefahr vor dem Coronavirus in Deutschland aktuell gering sei und einem normalen Uni-Betrieb nichts im Wege stehe.

Uni Frankfurt verurteilt Diskriminierungen und Vorurteile

Um Normalität bemüht sich auch die Goethe-Uni Frankfurt. Sie hat die sozialen Auswirkungen aufgegriffen, die Chinesen derzeit erdulden müssen: "Das Präsidium der Goethe-Universität verurteilt aufs Schärfste Diskriminierungen und Vorurteile, die sich auf Herkunft und Staatsangehörigkeit von Menschen beziehen", erklärte die Uni. Die chinesischen Kollegen und Studierenden könnten sich der vollen Unterstützung der Universitätsleitung sicher sein.

Sendung: hr-iNFO, 12.2.2020, 16 Uhr