Der illegale Müllhaufen im Wald von Frankenau.

Entrümpelte Keller und Garagen oder zusammengestutzte Gärten: Die Corona-Pandemie lässt Heimwerker aufblühen und hat damit auch indirekt negative Folgen für den hessischen Wald. Denn dort wird immer mehr Müll abgeladen. Das Spektrum der illegalen Entsorgung ist enorm.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Illegale Müllentsorgung nimmt zu

Müll im Wald Hessen
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Hessens Forstämter haben in den zurückliegenden Wochen mehr Müll im Wald registriert als sonst. Insbesondere in der Nähe von Städten sei die Zahl illegaler Müllhalden deutlich gewachsen, erklärte der Leiter von Hessen Forst, Michael Gerst, in Kassel der Nachrichtenagentur dpa. "Teilweise wurden ganze Lkw-Ladungen Bauschutt oder Altreifen an Waldwegen abgekippt."

Gerst vermutet als Grund für den Anstieg die Corona-Regeln: "Bürgerinnen und Bürger verbringen wegen der Corona-Pandemie schlicht mehr Zeit zu Hause und sie nutzen die Gelegenheit, in Haus und Garten für Ordnung zu sorgen", erläuterte er. In manchen Fällen scheine auch kriminelle Energie mitzuspielen.

Vielerorts sei die Arbeit der Recyclinghöfe wegen der Corona-Regeln eingeschränkt. Ganz neu ist das Problem freilich nicht: Auch schon vor Corona landeten immer mehr Abfälle in Hessens Umwelt.

Ökosystem aus dem Gleichgewicht

Der Abfall beeinträchtigt den Wald nach den Worten des Forstexperten massiv. Dies gelte auch für Grünschnitthaufen. Sie erstickten die natürliche Bodenvegetation und nähmen Bodenlebewesen Luft, Licht und Wärme. Außerdem könne das Einschleppen fremder Arten das Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen.

"Autoreifen, Farbeimer oder Benzinkanister setzen nicht selten giftige Stoffe frei, die den Boden und das Grundwasser verunreinigen", warnte Gerst. "Wir appellieren deswegen nachdrücklich an unsere Mitbürger, die eigenen Mülltonnen zu nutzen, Hausrat und Grünschnitt auf dem eigenen Grundstück zwischenzulagern."

Abgelagerter Müll kann richtig teuer werden

Die Kosten für die Entsorgung des Mülls trägt prinzipiell der Eigentümer der Fläche. Gerade wenn Flüssigkeit wie Öl ins Erdreich sickert, kann es richtig teuer werden. Da der Wald laut Gesetz von jedem betreten werden darf, und Waldbesitzer keine Möglichkeit haben das einzuschränken, gibt es für private Wälder aber eine Vereinbarung: Dort abgelagerter Müll wird von den örtlichen Kommunen abgeholt.

Sendung: hr3, 07.06.2020, 11 Uhr