Ein Mensch erhält eine Impfspritze in den Obenarm

Direkt nach den Weihnachtsfeiertagen beginnt Hessen mit den Corona-Impfungen. Los geht es zunächst in den Covid-19-Schwerpunktkliniken und in der Altenpflege. Denn vorerst bleibt der Impfstoff knapp.

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hessenschau vom 22.12.2020
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Jetzt soll der Anfang rasch gemacht werden: Nachdem die EU-Kommission den Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und des US-Konzerns Pfizer am Montagabend zugelassen hat, werden am kommenden Sonntag die ersten Spritzen gesetzt. Die Landesregierung plant den Start der Impfaktion an den sechs hessischen Covid-19-Schwerpunktkliniken sowie vor Ort in Alten- und Pflegeheimen mit mobilen Impfteams.

Das teilten Innenminister Peter Beuth (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) am Dienstag mit. Knapp 10.000 Impfdosen stünden Hessen am Sonntag zur Verfügung, für die zweite Impfung werde die Hälfte dieser Impfdosen zuerst noch zurückgehalten. Sie soll sicherheitshalber für den Fall unerwarteter Lieferprobleme als Reserve dienen.

Zunächst an Schwerpunktkliniken und Alten- und Pflegeheimen

Die Schwerpunktkliniken, deren Personal in der ersten Phase der hessischen Imfpstrategie geschützt werden soll, sind das Klinikum Kassel, das Klinikum Fulda, die Uniklinik Gießen und Marburg, Helios HSK Wiesbaden, die Uniklinik Frankfurt sowie das Klinikum Darmstadt. Zeitgleich sollen auch die ersten mobilen Impfteams der Impfzentren Alten- und Pflegeheime in den Städten und Landkreisen aufsuchen und Bewohner vor Ort impfen.

Die Verteilung an die Kreise und Städte richte sich nach der Zahl der Einwohner, wie Beuth betonte. Für die Stadt Frankfurt heiße das zunächst, dass am Sonntag insgesamt 300 Dosen für Alten- und Pflegeheime zur Verfügung stünden. Das Frankfurter Uniklinikum bekomme weitere 100 Dosen. Im Vergleich dazu stünden dem Odenwaldkreis mit deutlich weniger Einwohnern, aber einer höheren Inzidenz, weniger als hundert Dosen zur Verfügung.

Laut Innenminister Beuth sollen bereits in naher Zukunft deutlich mehr Impfdosen in Hessen ankommen. "Wir sind guten Mutes, pro Woche 50.000 Dosen zu erhalten", erklärte der CDU-Politiker: "Das ist mehr als erwartet. Es ist aber natürlich noch deutlich von den Kapazitäten entfernt." Bis zum Jahresende, so die Hoffnung des Ministers, könnte Hessen weitere 100.000 Impfdosen erhalten.

Hessen impft im Drei-Phasen-Prinzip

Grafik Impfstrategie Hessen

Ende Januar rechnet das Land dann damit, die nächste Stufe in der Impfstrategie einläuten zu können: Dann soll auch das Impfen der "mobilen Über-80-Jährigen" in den sechs Regional-Impfzentren in Kassel, Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt losgehen. Vorab könnten sich die Personen der höchsten Prioritätsgruppe über ein bundeseinheitliches Anmeldeportal oder über eine Hotline um einen entspechenden Termin bemühen. Noch ist eine Anmeldung nicht möglich.

In der dritten Stufe werde der Betrieb in allen 28 hessischen Impfzentren aufgenommen, sagte Beuth. Wann dies der Fall ist, sei unklar. Dies hänge davon ab, wie viele Impfdosen zur Verfügung stünden und ob noch weitere Impfstoffe in der EU zugelassen würden.

In dieser Phase würden weitere Gruppen nach der bundesweiten Priorisierung berücksichtigt. Dann soll es, eine entsprechende Versorgung mit dem Impfstoff vorausgesetzt, bis zu 30.000 Impfungen pro Tag geben.

Weitere Informationen

Wer zuerst geimpft wird

Nach der Impfverordnung von Bund und Land gehören zur höchsten Prioritätsgruppe für die Corona-Schutzimpfungen Ältere über 80 Jahre, Bewohner von Alten- und Pflegeeinrichtungen, Personal in Notaufnahmen, Corona-Stationen, Intensivstationen, dem Rettungsdienst sowie in der ambulanten Altenpflege.

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Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 22.12.2020, 16.45 Uhr