Zun sehen sind zwei Hände, wie sie eine Spritze mit dem Coronavirus-Vakzin aufziehen.

Alle Personen der dritten Priorisierungsgruppe können sich ab sofort einen Termin für ihre Corona-Impfung sichern. An der Reihe sind nun unter anderem Polizisten, Über-60-Jährige und Kranke.

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Die nächsten, bitte: Das Land Hessen hat am Freitag die Anmeldung zur Corona-Impfung für alle Personen der dritten Priorisierungsgruppe freigeschaltet. Auf der offiziellen Webseite zur Terminvergabe können sich alle Berechtigten einen Termin für ihre beiden Spritzen gegen das Coronavirus sichern. Bislang war das nur für die ersten beiden Prio-Gruppen möglich.

Über die Hälfte aller Hessen impfberechtigt

Doch wer ist nun dran? Wie durch den Bund in der Impfverordnung festgelegt, sinkt die Altersgrenze auf 60 Jahre. Auch medizinisch vorbelastete Menschen, Polizistinnen und Polizisten, Feuerwehrleute sowie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus dem Lebensmitteleinzelhandel können sich ab sofort anmelden.

Laut Innenministerium umfasst die dritte Gruppe rund 1,5 Millionen Menschen. Zusammen mit den Personen aus den ersten beiden Gruppen sind damit inzwischen in Hessen mehr als die Hälfte aller Bürger und Bürgerinnen impfberechtigt. Alle derzeit offenen Terminanfragen sollen bis Ende des Monats bearbeitet werden.

Die Impfberechtigten der dritten Priorisierungsgruppe im Überblick:

  • Über 60-Jährige
  • Personen mit Immundefizienz oder HIV-Infektion, Krebserkrankungen, Autoimmunerkrankungen, rheumatologische Erkrankungen, Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Schlaganfall, Asthma, chronisch entzündliche Darmerkrankung, Diabetes mellitus ohne Komplikationen, Adipositas (BMI über 30)
  • Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht in einer Einrichtung leben, die über 60 Jahre alt sind und eine der vorgenannten Erkrankungen haben
  • (Relevante) Mitglieder von Verfassungsorganen, Regierungen und Verwaltungen
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von: Bundeswehr, Polizei, Zoll, Feuerwehr, Katastrophenschutz einschließlich des Technischen Hilfswerks, Justiz und Rechtspflege
  • Personen, die Im Ausland bei den deutschen Auslandsvertretungen, für deutsche politische Stiftungen oder Organisationen und Einrichtungen mit Sitz in der Bundesrepublik Deutschland in den Bereichen Krisenprävention, Stabilisierung, Konfliktnachsorge, Entwicklungszusammenarbeit oder auswärtige Kultur- und Bildungspolitik oder als deutsche Staatsangehörige in internationalen Organisationen tätig sind
  • Wahlhelferinnen und Wahlhelfer
  • Personen, die in besonders relevanter Position in Einrichtungen und Unternehmen der Kritischen Infrastruktur tätig sind. Dazu gehören: Apothekenwesen, Pharmawirtschaft, Bestattungswesen, Ernährungswirtschaft, Wasser- und Energieversorgung, Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft, Transport- und Verkehrswesen sowie Informationstechnik und Telekommunikationswesen
  • Beschäftigte, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit niedrigen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus tätig sind, insbesondere in Laboren und Personal, das keine Patientinnen oder Patienten betreut
  • Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind
  • Personen, die in Einrichtungen und Diensten der Kinder- und Jugendhilfe und in Schulen, die nicht Grund-, Sonder- oder Förderschulen sind, tätig sind sonstige Personen, bei denen aufgrund ihrer Arbeits- oder Lebensumstände ein deutlich erhöhtes Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus besteht

Astrazeneca für alle freigegeben

Innenminister Peter Beuth (CDU) sagte am Freitagnachmittag auf einer Pressekonferenz, dass man außerdem - unabhängig von der Priorisierungsgruppe - den Impfstoff von Astrazeneca auch für unter 60-Jährige freigebe. Dies habe das Corona-Kabinett zuvor beschlossen. Damit schaffe man eine höhere Flexibilität in der Impfkampagne, die sich vor allem in den Hausarztpraxen bemerkbar machen werde.

Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) appellierte noch einmal an alle Bürgerinnen und Bürger, Impfangebote wahrzunehmen und sich an die sogenannten AHA-Regeln (Abstand halten, Hygiene, Alltagsmaske) zu halten. Das Virus könne sich nur ausbreiten, wenn die Menschen es weitergäben. Klose verwies auch auf die weiter stark angespannte Situation in den Intensivstationen hessischer Krankenhäuser.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 23.04.2021, 19.30 Uhr