Müllberge in Corona-Zeiten

Pappbecher, Plastik, Pizzakartons: Die Corona-Pandemie sorgt für mehr Müll. In Frankfurt ist es besonders schlimm. Die Straßenreiniger fahren dort Sonderschichten.

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hs
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Pizza im Park und Kaffee to go: Viele Restaurants und Kneipen verkaufen Essen und Getränke derzeit nur außer Haus. Das hinterlässt Spuren im öffentlichen Raum. Der Frankfurter Entsorgungsbetrieb FES hat einen massiven Anstieg von To-go-Abfällen registriert - die Straßenreiniger müssen seit dem Lockdown der Gastronomie laut FES doppelt so viel Kartons und andere Verpackungen entsorgen.

Drei FES-Zweierteams sind am Wochenende und an Feiertagen unterwegs, um Frankfurt einigermaßen sauber zu halten. "Besonders in den Parks und an Spielplätzen ist es schade, dass überall Müll herumliegt, denn da spielen ja auch Kinder", sagte Bülent Dereagazi von der FES der hessenschau am Samstag. Seine Kollegen und er fahren in Extra-Schichten jeden Mülleimer in der Innenstadt mehrfach an. "Jeden Mülleimer pro Straße auf jeden Fall bis zu zwei Mal und abends ist er wieder voll", erklärte Dereagazi.

Heilig: "Schmeißt nicht alles in die Pampa"

Bei gutem Wetter essen viele Großstädter die bestellten Gerichte im Freien. Die Einmalverpackungen werden nach dem Verzehr oft achtlos weggeworfen. Die Inhaberin des Café Glauburgs, Lena Iyigün, kennt das Problem.

Sie verkauft als Gastronomin seit zwei Wochen Kaffee und Speisen zum Mitnehmen - oftmals in Einwegverpackungen. "Es sind viel mehr Verpackungen als vor dem Corona-Lockdown. Wir hatten vorher kaum Speisen zum Mitnehmen, aktuell haben wir Sandwiches, Salate und Suppen im Angebot." Nachhaltiger ist da zum Beispiel der Mehrwegbecher "Mainbecher", der im Café angeboten wird.

Bei den Kunden kommt der "Mainbecher" laut Iyigün gut an, andernorts gibt es eher noch Nachholbedarf. Das bemängelt auch Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). "Ich kann nur mutmaßen, dass im Moment Corona das Wichtigste ist und die Frage: Wie bleibe ich gesund in dieser Zeit?", sagt Heilig. "Aber ich kann nur dafür werben: Schmeißt nicht alles in die Pampa."

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 9. Mai, 19.30 Uhr