Krankenhauspersonal mit Mundschutz

In Hessen gibt es weitere Corona-Lockerungen. Sie betreffen vor allem Krankenhäuser und Reha-Kliniken. Doch nicht alle Besucher dürfen jederzeit uneingeschränkt kommen. Die Kliniken haben das letzte Wort.

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Wer sich im Krankenhaus von einer Operation oder einer schweren Krankheit erholt, kann ab Mittwoch wieder mit Besuchern am Krankenbett rechnen. Das wegen der Corona-Pandemie bestehende Besuchsverbot für Kliniken, Reha- und weitere Einrichtungen ist umfangreich gelockert worden, ganz aufgehoben sind die Beschränkungen nicht. Die Krankenhäuser haben weiterhin ihr Hausrecht und können auf dieser Grundlage Besuche einschränken oder untersagen.

In ersten sechs Tagen insgesamt zwei Besuche

Nach Angaben des Sozialministeriums dürfen Patienten in Krankenhäusern in den ersten sechs Tagen insgesamt zwei Besuche empfangen. Pro Besuch dürfen maximal zwei Personen kommen. Ab dem siebten Tag darf täglich Besuch von maximal zwei Personen empfangen werden. Die neuen Regelungen gelten neben Kliniken auch in Dialyseeinrichtungen, Tageskliniken und Entbindungseinrichtungen.

Die Beschränkungen dienten dazu, Patienten vor einer Infektion zu schützen, da sie "naturgemäß in einem gesundheitlich angegriffenen Zustand" seien, so das Ministerium. Der Kreis von Personen, die sich in einem Krankenhaus bewegen, werde durch die Beschränkungen wesentlich besser kontrollierbar und eine Infektion werde deutlich unwahrscheinlicher. Besuche in Rehakliniken sind ohne Einschränkungen möglich.

Eltern und Seelsorger ausgenommen

Ebenfalls uneingeschränkt besuchen dürfen Eltern ihre minderjährigen Kinder. Darüber hinaus könne die Einrichtungsleitung im Einzelfall für engste Familienangehörige Ausnahmen zulassen, teilte das Ministerium weiter mit, "insbesondere bei Geburten oder Personen im Sterbeprozess". Ausgenommen von Besuchsbeschränkungen sind zum Beispiel auch Seelsorger oder juristische Vertreter der Patienten. Die Lockerungen sollen zunächst bis Mitte August bestehen bleiben.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Weitere Corona-Lockerungen gelten

Eine Krankenschwester in einem Krankenhaus.
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In Alten- und Pflegeheimen - also ebenfalls bei Angehörigen einer Risikogruppe - waren die Beschränkungen zuvor schon Stück für Stück zurückgefahren worden: Sofern es von der Einrichtungsleitung keine Einwände gibt, dürfen ältere und pflegebedürftige Menschen bis zu dreimal pro Woche einen Besucher empfangen. In Einrichtungen für Menschen mit Behinderung darf täglich ein Besucher kommen. Behindertenwerkstätten dürfen seit zehn Tagen von allen Gesunden wieder betreten werden.

Mindestens OP-Masken notwendig

Besucher müssen beachten, dass sie einen Mindestabstand von 1,50 Metern zur besuchten Person einhalten. Außerdem müssen sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen, der entweder von der Einrichtung gestellt oder von ihr akzeptiert werden muss. Dabei müsse es sich mindestens um OP-Masken handeln, Alltagsmasken seien nicht ausreichend, hieß es vom Ministerium. Für Besucher mit Atemwegsinfektionen gilt für alle Einrichtungen weiterhin ein generelles Besuchsverbot.

Sozialminister Kai Klose (Grüne) hatte vor den weiteren Lockerungen die Menschen wegen der Gefahr einer zweiten Welle zur Vernunft aufgerufen. "Auf Maske und Abstand werden wir auf absehbare Zeit nicht verzichten können", sagte der Politiker am Dienstag. Sie seien das "schärfste Schwert" im Kampf gegen die Pandemie.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau kompakt, 15.07.2020, 12.50 Uhr